Prozessauftakt: Vater soll Dreijährigen ermordet haben

Vater soll Dreijährigen ermordet haben 01:52 Min. Verfügbar bis 10.11.2021

Prozessauftakt: Vater soll Dreijährigen ermordet haben

Von Gaby Rosenkranz

Vor dem Landgericht Siegen hat am Dienstag der Prozess gegen einen Mann aus Lennestadt-Grevenbrück begonnen. Er ist wegen Mordes an seinem kleinen Sohn angeklagt. 

"So ist das passiert, wie die Anklage das sagt. Ich will mich nicht rechtfertigen, nur erklären." Das sagte der 34-jährige Angeklagte zum Prozessauftakt und kündigte an, sich später ausführlich zu äußern. Er soll seinen drei Jahr alten Sohn Anfang Mai vergangenen Jahres so lange gewürgt haben, bis er bewusstlos war.

Dann habe er das Kind im Nebenraum auf eine Matratze gelegt und diese mit einem flüssigen Brandbeschleuniger angezündet, so die Staatsanwaltschaft. Die Obduktion des Jungen ergab später, dass die Brandverletzungen tödlich waren. Das Motiv ist noch unklar. Ermittler fanden aber einen Zettel mit den Worten: "Wollte einfach in Deutschland sterben, am besten neben meinem Sohn."

Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus, weil drei wesentliche Merkmale dafür gegeben seien: Der Angeklagte soll grausam, mit gemeingefährlichen Mitteln und heimtückisch gehandelt haben.

Angeklagter vorbestraft wegen Körperverletzung

Der Angeklagte mit Verteidigerin

Der Angeklagte mit Verteidigerin

Der 34-Jährige ist vorbestraft wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs, Erschleichen von Leistungen, Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz und gefährlicher Körperverletzung. Laut den bisherigen Ermittlungen soll er auch seiner Ex-Ehefrau gegenüber gewalttätig geworden sein. Die Eltern des Jungen lebten getrennt. Der Vater hatte ein Besuchsrecht, allerdings nur unter Aufsicht. An dem Wochenende im Mai, als die Tat passiert sein soll, hatte er seinen Sohn aber allein.

Insgesamt 26 Zeugen geladen

Das Gericht hat 26 Zeugen geladen, darunter Personen aus dem näheren Umfeld des Angeklagten, Freunde von ihm, die Familie des getöteten Sohnes, aber auch Feuerwehrleute und Polizeibeamte. Ein Urteil soll am 18. Dezember fallen. Dem Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe. Geäußert hat er sich zur Tat bislang nicht.

Stand: 10.11.2020, 16:28