Nach langem Warten auf Prozess: Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs

Ein Teddybär liegt auf dem Tisch in einem leeren Gerichtssaal

Nach langem Warten auf Prozess: Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs

Das Landgericht Münster hat am Donnerstag einen Mann wegen Kindesmissbrauchs zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Wegen Überlastung des Gerichts war der Prozess immer wieder verschoben worden.

Die Mutter des Jungen aus dem Kreis Steinfurt zeigte sich nach der Urteilsverkündung erleichtert. Viel wichtiger noch als das Urteil selbst sei es, dass die Richter ihrem Sohn glaubten. Weil der Angeklagte die Taten geleugnet hatte, musste der heute 11-Jährige im Prozess als Zeuge berichten, was er als 7-Jähriger durch den Ex-Lebensgefährten seiner Mutter erlitten hat.

Keine Therapie für das Kind?

Die Familie hatte vier Jahre auf den Prozess gewartet, ohne Therapie für das missbrauchte Kind. Das Landgericht Münster riet von einer Therapie ab, damit die Zeugenaussage des Opfers nicht beeinflusst werde. Zusätzlich zur Haftstrafe wurde der Täter dazu verurteilt, dem Kind 4.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Missbrauchsprozess nach fast vier Jahren Wartezeit

WDR 5 Westblick - aktuell 31.05.2021 04:40 Min. Verfügbar bis 31.05.2022 WDR 5


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Vor vier Jahren hatte die Polizei bei dem Ex-Lebensgefährten der Mutter kinderpornographische Bilder entdeckt. Kurz darauf hatte der Junge seiner Mutter erzählt, dass der Mann ihn missbraucht habe. Doch nach der Anzeige passierte jahrelang nichts.

Vier Jahre Warten auf den Prozess

Der Mann blieb auf freiem Fuß - andere Verfahren, bei denen die Beschuldigten in Untersuchungshaft saßen, wurden vorgezogen.

Verschleppter Missbrauchsprozess Lokalzeit Münsterland 31.05.2021 02:40 Min. Verfügbar bis 31.05.2022 WDR Von Heike Zafar

Stand: 10.06.2021, 20:00