Achteinhalb Jahre Haft für Totschlag in Medebach

Urteil wegen Totschlags in Medebach 00:53 Min. Verfügbar bis 19.11.2020

Achteinhalb Jahre Haft für Totschlag in Medebach

Von Heinz Krischer

  • 67-Jähriger in Medebach getötet
  • Staatsanwalt lässt Mordvorwurf fallen
  • Freispruch für Lebensgefährtin

Weil er einen Rentner aus Medebach getötet hat, ist ein 22-Jähriger am Dienstag (19.11.2019) vom Landgericht Arnsberg wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Seine Lebensgefährtin wurde freigesprochen.

Das Paar aus Rumänien war im vorigen Jahr nach Medebach gezogen und hatte dort das spätere Opfer kennen gelernt. Der 67-Jährige habe angeboten, ihnen beim Beantragen von Kindergeld zu helfen, sagte der Mann vor Gericht aus. Er habe Probleme mit der deutschen Sprache.

Sexuelle Handlungen verlangt?

Anfang Januar 2019 sei er zum Ausfüllen der Formulare zu dem Rentner gegangen. Dort habe der Rentner von ihm sexuelle Handlungen verlangt. Wie weit das gegangen sein soll, darüber machte der Angeklagte widersprüchliche Angaben.

Jedenfalls sei er ausgerastet und habe den Rentner getötet. Er habe ihm mit einem Waffeleisen auf den Kopf geschlagen und ihm eine Schere in den Hals gestochen.

Seine Lebensgefährtin sei nicht beteiligt gewesen. Danach floh das Paar nach Rumänien, wo die beiden später festgenommen wurden.

Mordvorwurf nicht zu beweisen

Der Staatsanwalt rückte vom ursprünglichen Mordvorwurf aus Habgier ab - das sei im Prozess nicht zu beweisen gewesen. Er plädierte wegen Totschlags auf neun Jahre Haft für den Mann und Freispruch für die Lebensgefährtin. Ähnlich plädierten die Verteidiger.

Der Anwalt, der den Bruder des Opfers vertritt, hatte lebenslange Haft wegen gemeinschaftlichen Mordes gefordert. Es habe keinen sexuellen Hintergrund bei der Tat gegeben.

Stand: 19.11.2019, 15:54