Corona: Reiseveranstalter muss Geld für stornierte Klassenfahrt erstatten

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Corona: Reiseveranstalter muss Geld für stornierte Klassenfahrt erstatten

Ein Reiseveranstalter aus Ostwestfalen-Lippe muss das Geld für eine abgesagte Klassenfahrt komplett zurückzahlen. Wegen der Corona-Pandemie konnte die Reise nicht stattfinden.

Eine Lehrerin einer Schule aus dem niedersächsischen Wilhelmshaven hatte die Fahrt Anfang 2020 bei einem Reiseveranstalter aus OWL gebucht.

Die Reise nach Liverpool sollte rund 10.000 Euro kosten und von der Trägerin der Schule, einer Stiftung aus Vechta, übernommen werden.

Stornierung wegen Corona

Wegen der damaligen Corona-Situation musste die Lehrerin die Reise drei Tage vor der Abfahrt stornieren. Der Reiseveranstalter zahlte aber nur knapp 1.000 Euro zurück.

Deswegen verklagte die Stiftung den Veranstalter auf Rückzahlung des Restbetrags. Aus ihrer Sicht hätte der gesamte Betrag erstattet werden müssen, weil die Reise wegen der Corona-Lage in England abgesagt werden musste.

Erste Klage vom Landgericht Detmold abgewiesen

Mit der Klage hatte sich zunächst das Landgericht in Detmold befasst, weil der Reiseveranstalter in OWL ansässig ist.

Das hatte die Klage aber in erster Instanz abgewiesen - mit der Begründung, dass die Schülerinnen und Schüler Vertragspartner des Reiseveranstalters gewesen seien und nicht die Stiftung.

Oberlandesgericht Hamm gibt der Stiftung recht

Das Oberlandesgericht in Hamm gab nun der Stiftung am Montag recht und entschied, dass der Reiseveranstalter die kompletten Reisekosten erstatten muss.

Das Gericht fand in den Umständen der Vertragsabwicklung und in der Korrespondenz Hinweise darauf, dass die Buchung auch aus der Sicht des Reiseveranstalters im Namen der Schule beziehungsweise der Stiftung erfolgt war.

Im Urteil heißt es außerdem, dass ein konkretes Risiko für einen ernstlichen Gesundheitsschaden bestanden habe, weil in Liverpool das Ansteckungsrisiko deutlich erhöht gewesen sei.

Stand: 13.09.2021, 16:47