Milde Strafe nach Gasexplosion in Ibbenbüren

Ein rot-weißes Absperrband mit dem Hinweis "Diese Brandstelle ist beschlagnahmt" vor einem Klinkerhaus, dass Zerstörungen aufweist

Milde Strafe nach Gasexplosion in Ibbenbüren

Knapp zwei Jahre nach einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Ibbenbüren ist der mutmaßliche Verursacher zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Der Angeklagte weinte bei der Urteilsverkündung, offensichtlich vor Erleichterung. Denn die Bewährungsstrafe ist eine eher milde Strafe. Ursprünglich musste sich der 51-Jährige aus Ibbenbüren vor dem Landgericht Münster wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes verantworten.

Propangasflasche geöffnet und angezündet

Laut Anklage wollte er sich am Neujahrsmorgen des Jahres 2020 umbringen, indem er in seiner Wohnung im Keller des Hauses eine Propangasflasche öffnete und das Gas anzündete. Dies hatte er während des Prozesses auch zugegeben. Er überlebte die anschließende Explosion schwer verletzt und muss seitdem mit starken Entstellungen leben.

Die anderen Bewohner des Hauses konnten sich retten, eine Besucherin wurde leicht verletzt. "Nur durch Glück wurden keine weiteren Menschen schwer verletzt oder getötet", sagte der Leiter der Mordkommission, Ulrich Bux damals.

Verzweiflung und Selbstmordgedanken

Das Gericht in Münster urteilte jetzt aber nicht auf versuchten Mord. Der 51-Jährige sei durch seine damalige Verzweiflung nur mit seinem geplanten Selbstmord beschäftigt gewesen. Er habe wahrscheinlich nicht mehr daran gedacht, dass er auch andere gefährden könne.

Stand: 07.12.2021, 13:20