Haftstrafen für Brandstiftung in Westerkappeln

Die Fassade eines ausgebrannten Ladenlokals ist mit einem Bauzaun abgesperrt.

Haftstrafen für Brandstiftung in Westerkappeln

  • Ladenbesitzer als Anstifter verurteilt
  • Brandstifter erhielten fünf Jahre Haft
  • Motiv war Versicherungsbetrug

Neun Monate nach dem Brand in einem Orientladen in Westerkappeln hat das Landgericht Münster am Freitagnachmittag (16.11.2018) vier Männer verurteilt. Der Ladenbesitzer, der den Brand in Auftrag gegeben hat, muss siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis. Wegen Beihilfe wurde der Bruder des Drahtziehers zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die beiden Brandstifter müssen jeweils fünf Jahre ins Gefängnis. Ihre Geständnisse hielt das Gericht für glaubwürdig. Demnach haben der Ladenbesitzer und sein Bruder den beiden 2500 Euro für die Tat gezahlt.

Handy brachte die Kehrtwende

Bei dem Feuer in der Nacht zum 7. Februar war das Ladenlokal zerstört worden. Anfangs hatte die Polizei einen fremdenfeindlichen oder politischen Hintergrund nicht ausgeschlossen.

Polizeiwagen im Vordergrund, hinter dem Absperrband erkennt man Feuerwehrmänner im Einsatz in einer Straße zwischen Häusern.

Ein am Tatort gefundenes Handy half der Polizei

Ein am Tatort gefundenes Handy brachte die Wende. Die Polizei nahm den deutsch-kurdischen Ladenbesitzer und seinen Bruder fest, ebenso die beiden nach Belgien geflüchteten Brandstifter. Beide sagten aus, den Brand im Auftrag der Brüder gelegt zu haben. Diese wollten laut Urteil die Versicherung kassieren.

Schon wegen eines anderen Delikts verurteilt

Die Urteilsverkündung wurde von mehreren Sicherheitskräften begleitet, weil die Angeklagten sich zuvor im Gerichtssaal untereinander bedroht hatten.

Der Ladenbesitzer und sein Bruder waren im April bereits wegen eines anderen Delikts verurteilt worden. Sie hatten an einer Tankstelle einen Autofahrer angegriffen und auf ihn eingeprügelt. Als der Autofahrer in Panik flüchtete, überrollte dieser mit seinem Wagen versehentlich einen Rentner, der 73-Jährige starb noch am Unfallort.

Stand: 16.11.2018, 17:01