Dreieinhalb Jahre Haft für Velener Brandstifter

Reste des ausgebrannten Dachstuhls

Dreieinhalb Jahre Haft für Velener Brandstifter

  • Dreieinhalb Jahre Haft
  • Brandstifter wollte Umzug verhindern
  • Zehn Menschen waren in Lebensgefahr

Wegen besonders schwerer Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung hat das Landgericht in Bocholt einen 19-Jährigen aus Borken am Donnerstag (08.03.2018) zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Jugendstrafe gefordert.

Der junge Mann hatte im August 2017 in einem Wohnhaus in Velen Benzin verschüttet und angezündet. Dadurch kam es zu einer Explosion, der Dachstuhl brannte aus. Zur Tatzeit waren zehn Menschen in dem Gebäude. Sie wurden teilweise schwer verletzt.

Entschuldigung bei den Opfern

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Die Wohnung der Mutter war schon bezugsfertig

Der Angeklagte hatte seine Tat damit begründet, dass er nicht mit seiner Mutter in die Wohnung nach Velen umziehen wollte. Während der Verhandlung entschuldigte er sich bei den Opfern. Er bereue die Tat.

Depressionen als Ursache

Der Anwalt des Täters sagte, eine Bewährungsstrafe sei nicht zu vermitteln gewesen. Immerhin waren durch das Feuer zehn Menschen in Lebensgefahr. Sein Mandant habe allerdings unter Depressionen gelitten. Und diese seien gerade in Velen, wo der 19-Jährige früher schon mal gewohnt hatte, entstanden: "Wer solche Motive hat, der gehört an sich nicht ins Gefängnis."

Stand: 08.03.2018, 15:09