Vater mit Bohrmaschine erschlagen: Sieben Jahre Haft für Münsteranerin

Das Gebäude des Landgerichts in Münster

Vater mit Bohrmaschine erschlagen: Sieben Jahre Haft für Münsteranerin

Weil sie ihren Vater mit einer Bohrmaschine erschlagen hat, muss eine 55-jährige Frau aus Münster für sieben Jahre ins Gefängnis. Dazu hat sie das Landgericht am Donnerstag verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau ihren 88 Jahre alten Vater im März attackiert und ihm mehrmals mit der Bohrmaschine auf den Kopf geschlagen hat. Der Mann starb an den Folgen der Verletzungen. Seine Tochter war zum Tatzeitpunkt betrunken. Sie hatte zwei Promille Alkohol im Blut.

Schwelender Streit zwischen Vater und Tochter

Nach Überzeugung der Richter kam es zu der Tat, weil die Frau sich gekränkt gefühlt hatte. Ihr Vater habe einer Bekannten wiederholt finanzielle Zuwendungen und Aufmerksamkeit geschenkt. Seit Jahren sei es deshalb zwischen Tochter und Vater immer wieder zu heftigem Streit gekommen.

Vorsätzliche Tötung

In der ursprünglichen Anklageschrift war der Münsteranerin Mord aus Habgier vorgeworfen worden. Das konnte der Angeklagten jedoch im Laufe des Prozesses nicht nachgewiesen worden. Die Staatsanwaltschaft plädierte deshalb nur noch auf Körperverletzung mit Todesfolge. Die Kammer sah aber einen Tötungsvorsatz als erwiesen an und verurteilte die Münsteranerin deshalb wegen Totschlags.

Neben der Haftstrafe muss die Frau wegen ihres Alkoholproblems auch einen Entzug in einer geschlossenen Anstalt machen.

Stand: 21.10.2021, 14:51