Aufnahme der Anklageschriften.

Grab ausgehoben: Haftstrafe nach Bluttat in Rheine

Stand: 25.04.2022, 16:27 Uhr

Ein 36-jähriger Mann aus Rheine muss wegen gefährlicher Körperverletzung für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das hat am Montag das Landgericht Münster entschieden. Im vergangenen August hatte er mit einer Metallschiene auf seine Frau eingeschlagen und sie dabei schwer verletzt. Zuvor hatte er ein Grab ausgehoben.

Noch in der Nacht vor der Tat hatte der Mann im Garten seines Hauses in Rheine eine Grube ausgehoben. Dies sei für das Pflanzen einer Hecke nötig gewesen, sagte der 36-Jährige vor Gericht aus.

Haus des Angeklagten in Frontalansicht.

Hier im Garten hatte der Mann die Grube ausgehoben

Das Gericht sah dies anders: Der Mann habe hier seine Ehefrau begraben wollen.

Mordplan aufgegeben

Allerdings kamen die Richter nach elf Verhandlungstagen zu folgender Ansicht: Der Mann hatte seinen ursprünglichen Mordplan offenbar während der Tat aufgegeben. Deshalb wurde er jetzt auch nicht wegen versuchten Mordes verurteilt, sondern nur wegen gefährlicher Körperverletzung.

Opfer konnte fliehen

Was vor Gericht bewiesen werden konnte, war der Tathergang. Der Mann hatte auf seine im Bett schlafende Ehefrau mit einer Metallschiene eingeschlagen. Als sie wach wurde, konnte sie sich wehren und mit Hilfe ihres Sohnes schwer verletzt aus dem Haus fliehen.

Über dieses Thema haben wir am 25.04.2022 im Radio auf WDR 2 um 15.30 Uhr berichtet. Wir berichten auch in der Lokalzeit im WDR-Fernsehen um 18.09 Uhr.