Keine Atommüll mehr nach Russland

Lokalzeit Münsterland 10.03.2022 02:30 Min. Verfügbar bis 10.03.2023 WDR Von Andreas Lorek

Atommüllexport von Gronau nach Russland gestoppt

Stand: 10.03.2022, 12:45 Uhr

Von der Urananreicherungsanlage in Gronau wird es auf unabsehbare Zeit keine Uran-Transporte mehr nach Russland geben. Die Betreibergesellschaft Urenco hat den Vertrag gekündigt.

"Wir sind zutiefst besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine", heißt es in einer Stellungnahme der Urenco gegenüber dem WDR. Und weiter: "Den Vertrag mit unserem Lieferanten in Russland haben wir gekündigt und alle Lieferungen in beide Richtungen gestoppt." Gegen die Lieferungen nach Russland hatte es in der Vergangenheit immer wieder Proteste gegeben.

Ein Uran-Zug fährt von Polizisten bewacht über Schienen.

Gegen die Uranmüll-Transporte gab es immer wieder Proteste

Die Gronauer Anlage hat seit Jahren Uran-Hexafluorid als Abfallstoff der Urananreicherung nach Russland gebracht und nach eigenen Angaben Stoffe aus der Behandlung in Russland auch zurückgenommen. Der nun beendete letzte Liefervertrag war 2019 geschlossen worden. Das Uran-Hexafluorid soll nun in einer Halle in Gronau gelagert werden, die bereits vor Jahren dafür gebaut worden war.

Lange Forderung der Anti-Atominitiative

Die Anti-Atominitiativen im Münsterland begrüßten den - aus ihrer Sicht "überfälligen" Schritt der Urenco. Sie hatten in den vergangenen Tagen verstärkt den Abbruch der Geschäfte mit Russland gefordert.

"Es ist aber sehr traurig, dass es erst eines russischen Angriffskriegs in der Ukraine bedurfte, um den Gronauer Urananreicherer zum Handeln zu bewegen", so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Auch Geschäfte mit der Ukraine

Als "sehr besorgniserregend" bezeichnen die Initiativen die Aussagen der Urenco zu offenbar in der Vergangenheit abgewickelten Uranlieferungen für die Ukraine. "Wir stehen in Kontakt mit unserem Kunden und anderen Beteiligten in der Ukraine und bieten unsere Unterstützung an", heißt es in der Stellungnahme der Urenco. Nach Angaben der Anti-Atominitiativen liefert die deutsch-niederländisch-britische Urenco seit Jahren Uran für die Brennstäbe der ukrainischen Atomreaktoren.

Über dieses Thema haben wir am 09.03.2022 um 14.31 Uhr in der Lokalzeit Münsterland auf WDR 2 berichtet und berichten am 10.03.2022 um 19.30 Uhr in der Lokalzeit im WDR-Fernsehen .