Proteste gegen Urantransport im Münsterland

Mahnwache gegen Uran-Transport Lokalzeit Münsterland 06.04.2020 02:20 Min. Verfügbar bis 13.04.2021 WDR Von Ekkehard Wolff

Proteste gegen Urantransport im Münsterland

  • Mahnwache trotz Corona-Pandemie
  • Proteste fanden mit Auflagen statt
  • Urantransport geht nach Russland
Der Schriftzug "Atommüll bleibt hier" mit Kreide aufgeschrieben

Erste Mahnwache fand in Gronau statt

Atomkraftgegner haben am Montag (06.04.2020) im Münsterland gegen einen erneuten Urantransport demonstriert. Der Bahn-Transport von Uranhexafluorid führt von Gronau nach Russland.

Auf der Bahnbrücke vor der Urananreicherungsanlage in Gronau fand eine erste Mahnwache statt. Rund 50 Atomkraftgegner haben dann am Montagmittag (06.04.2020) in der Nähe des Güterbahnhofes in Münster gegen den Transportzug mit hochgiftigem Uran-Hexafluorid von Gronau nach Russland demonstriert.

Auflagen wegen Corona-Virus

Ein Demonstrant mit neongelbem Schild, weitere Demonstranten im Hintergrund

Proteste mit Mundschutz und mit Abstand

Um den Protest dagegen zu ermöglichen, hatten sich die Stadt Münster und die Organisatoren der Mahnwache darauf geeinigt, dass die Protestierenden einen Mundschutz tragen und einen Abstand von mindestens 1,50 Meter voneinander einhalten müssen. Das teilten die Anti-Atom-Initiativen am Sonntag (05.04.2020) mit.

Nachdem die Stadt Münster die Versammlung zunächst verboten hatte, hatten die Organisatoren Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Die Konfliktparteien kamen mit ihrem Kompromiss einem Urteil zuvor. Nach Angaben der Anti-Atom-Initiativen hat auch die Stadt Gronau unter Auflagen einer Mahnwache am Montagvormittag auf einer Brücke Nahe der Urananreicherungsanlage zugestimmt.

Offener Brief der Stadt

Am Freitag hatte die Stadt selbst in einem offenen Brief an die Firma Urenco das Unternehmen aufgefordert, anstehende Transporte des hochgiftigen Uranhexafluorid von Gronau über Münster zum Seehafen Amsterdam wegen der Coronakrise auszusetzen. Urenco hatte dagegen mehrfach erklärt, auch während der Pandemie an geplanten Transporten festzuhalten.

Uranhexafluorid ist ein Abfallprodukt aus der Urananreicherungsanlage Gronau, das offiziell als Wertstoff gilt. Die Firma Urenco als Betreiberin der Anreicherungsanlage lässt sei Mai vergangenen Jahres in unregelmäßigen Abständen diesen Uranabfall per Zug nach Amsterdam und von dort aus per Schiff nach Russland bringen.

Umweltaktivisten blockieren Urantransport Lokalzeit Münsterland 18.11.2019 04:14 Min. Verfügbar bis 18.11.2020 WDR Von Christian Schweitzer

Stand: 06.04.2020, 20:00