Protest gegen Uranabfall-Transport aus Gronau

Drei Personen halten Plakate als Protest gegen Atomkraft.

Protest gegen Uranabfall-Transport aus Gronau

  • Uranabfall soll nach Russland gehen
  • Lieferung von 6.000 Tonnen geplant
  • Wiederanreicherung oder Entsorgung?

In Gronau haben am Montagvormittag (28.10.2019) Atomkraftgegner mit einer Mahnwache gegen Transporte von hochgiftigem Uranhexafluorid nach Russland protestiert. Die Firma Urenco, die die Urananreicherungsanlage in Gronau betreibt, will bis Ende des Jahres 6.000 Tonnen nach Russland bringen. Sieben Teillieferungen hat es seit Mai schon gegeben.

Am Mittag ging ein weiterer Transport Richtung Russland. Dabei passierte er unter anderem Münster. Hier hielten rund 40 Atomkraftgegner im Hauptbahnhof eine Mahnwache ab.

Misstrauen gegen Betreiberfirma

Bewacht von Polizisten hinter einem Zaun stehen Waggons auf Schienen.

Am Vormittag stand der Zug zur Abfahrt bereit

Uranhexafluorid ist ein Stoff, der bei der Urananreicherung als Abfall anfällt. Offiziell gilt es als Wertstoff. In Russland soll es wieder angereichert werden, so die Firma Urenco. Das sei ein wichtiger Beitrag zur Resourcenschonung, weil weniger Uran abgebaut werden müsse.

Die Atomkraftgegner glauben dagegen, dass Urenco mit dem Abtransport nach Russland sich schlicht des Atommüll entledigen und Lagerkosten in Gronau sparen will – und das, obwohl es eine neu gebaute Halle zur Lagerung gebe, die aber leer stehe.

Kritik an Umweltministerium

Die hiesigen Anti-Atom-Initiativen werfen dem Bundesumweltministerium in diesem Zusammenhang absolut inakzeptable Desinformation vor. Bei mehreren Nachfragen zu dem Lager für Uranabfallstoffen in Gronau habe das Ministerium die damit im Zusammenhang stehenden Transporte nach Russland verschwiegen. Und das zuletzt sogar im September, als die ersten Lieferungen nach Russland schon gelaufen waren.

Proteste gegen Atommülltransport nach Russland Lokalzeit Münsterland 28.10.2019 01:46 Min. Verfügbar bis 28.10.2020 WDR Von Heike Zafar

Es entstehe der Eindruck, das Ministerium habe gezielt versucht, den Export von abgereichertem Atommüll von Gronau nach Russland so lange wie möglich geheim zu halten, so die münsterländischen Anti-Atom Initiativen.

Erst in der vergangenen woche war bekannt geworden, dass es wieder Transporte von Uranhexafluorid nach Russland gibt. Vor zehn Jahren waren entsprechende Lieferungen gestoppt worden. Zuvor hatten russische Umweltschützer dokumentiert, unter welchen Bedingungen die Fässer mit dem Giftstoff dort unter freiem Himmel lagerten.

Lokalzeit2go vom 14.03.2019: UAA-Gronau bleibt nach Atomausstieg in Betrieb 01:28 Min. Verfügbar bis 14.03.2020

Stand: 28.10.2019, 20:00