Aktivisten besetzen Strommasten vor der UAA

Lokalzeit Münsterland 03.05.2022 00:45 Min. Verfügbar bis 03.05.2023 WDR

Polizei löst Blockade vor Urananreicherungsanlage in Gronau auf

Stand: 04.05.2022, 10:30 Uhr

Die Polizei hat in der Nacht zu Mittwoch eine Blockade von Aktivisten vor der Urananreicherungsanlage in Gronau beendet. Die Atomkraftgegner hatten zwei Strommasten der Anlage besetzt.

Mit Protestbannern forderten die sechs Aktivisten die Abschaltung der Anlage. Sie reichert Uran zur Herstellung von Atom-Brennstäben an und ist nicht vom deutschen Atomausstieg betroffen. Auf den beiden Bannern stand "Urenco aus" und "RWEg Boxen". Hinter der Protest-Aktion stehe ein bundesweites Bündnis von Atomkraftgegnern.

Spezialkräfte klettern auf Strommasten

Um kurz nach Mitternacht kletterten Spezialkräfte der Polizei ebenfalls auf die Strommasten und holten die Aktivisten herunter. Einer Aufforderung, selbst herabzusteigen, seien die Atomkraftgegner zuvor nicht nachgekommen, so die Polizei. Die Aktivisten erwarten jetzt Strafverfahren.

Wohl keine Auswirkungen auf die Stromversorgung

Die sechs Frauen und Männer hatten dagegen protestiert, dass Urenco weltweit Atomanlagen mit Uran beliefert. Aus dem Uran könne man schließlich auch Atombomben herstellen, erklärte am Dienstag ein Sprecher. Auswirkungen auf die Stromversorgung gebe es durch die Besetzung nicht, teilte Urenco auf Nachfrage mit. Darüber hinaus möchte das Unternehmen aber keine Stellung nehmen.

Abfallstoff wurde früher nach Russland gebracht

Es gab früher immer wieder Proteste gegen die Anreicherung in Gronau, weil der dabei entstehende Abfallstoff Uranhexafluorid in der Vergangenheit zu großen Teilen nach Russland gebracht wurde.