Bundestag: Urananreicherung in Gronau bleibt

Gronau, Urananreicherungsanlage

Bundestag: Urananreicherung in Gronau bleibt

  • Antrag von Grünen und Linken gescheitert
  • Urananreicherung auch nach 2022
  • Entschädigungsforderungen befürchtet

Im Bundestag sind Grüne und Linkspartei am Donnerstag (14.03.2019) mit ihrem Vorhaben gescheitert, die Urananreicherungsanlage in Gronau zu schließen. Ihr Antrag fand keine Mehrheit. Der deutsche Standort der Urenco in Gronau ist damit vom Atomausstieg ausgenommen.

Lokalzeit2go vom 14.03.2019: UAA-Gronau bleibt nach Atomausstieg in Betrieb 01:28 Min. Verfügbar bis 14.03.2020

Grüne und Linken wollten konsequenten Ausstieg

Mahnwache von Atomkraftgegnern

Im Herbst hatten Atomgegner in Berlin für die Schließung demonstriert

Grüne und Linke hatten ihren Vorstoß damit begründet, dass der deutsche Atomausstieg nur dann konsequent vollzogen sei, wenn aus Deutschland kein Uran mehr exportiert werde. Wenn 2022 das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet werde, solle auch in Gronau Schluss sein mit der Urananreicherung, so die Anträge. Es könne nicht sein, dass aus Gronau nach dem Atomausstieg weiterhin Uran in die ganze Welt exportiert werde.

Sorge um Kompetenz in Sachen Kernkraft

Die anderen Parteien sehen das anders - so auch Marie-Luise Dött, die umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie sagte vor den Abgeordneten: "Das Abschalten der Anlagen in Gronau und Lingen würde uns den letzten Rest der Kompetenz in Sachen Kernkraft rauben."

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten Vertreter der Ausschüsse den übrigen Parteien schon empfohlen, im Bundestag gegen die Schließung zu stimmen. Politiker der Union etwa befürchteten unter anderem, dass erhebliche Entschädigungszahlungen fällig würden, wenn Gronau geschlossen würde.

Hubertus Zdebel (MdB - Die Linke) zur Bundestagsentscheidung

WDR 2 14.03.2019 00:26 Min. Verfügbar bis 13.03.2020 WDR Online

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Stand: 14.03.2019, 19:30