Freiversuche: Proteste an Siegener Uni

Freiversuche: Proteste an Siegener Uni

  • Siegener Uni erlaubt nicht überall Freiversuche
  • Studierendenvertreter wollen klagen
  • Universität verteidigt Regelung

In Siegen protestieren Studierende und Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) gegen die Universitätsleitung, weil sie nicht in allen Fächern Freiversuche bei Prüfungen zulässt - als einzige Uni in NRW. Der AStA will klagen, die Studierenden haben eine Online-Petition gestartet, berichtet der WDR am Mittwoch (10.06.2020).

Erleichterung während der Corona-Krise

Das Land erlaubt die Freiversuche wegen der schwierigen Studienbedingungen in der Corona-Krise. Ein Freiversuch bedeutet: Fällt jemand bei einer Klausur durch, dann ist das so, als hätte er sie gar nicht geschrieben.

Das sei für viele eine große Hilfe in diesem ohnehin schwierigen Online-Semester, so der AStA. Normalerweise hat jeder drei Versuche, eine Prüfung zu bestehen: Danach ist das Studium vorbei.

Die Siegener Uni erlaubt Freiversuche nur im Fach Chemie. Sie gestattet bei Prüfungen jetzt aber einen vierten Versuch, wenn die Exmatrikulation droht.

Uni sieht mögliche Mehrbelastung

Universitätssprecher André Zeppenfeld verteidigt die Regelung, nicht verbreitet Freiversuche zuzulassen: "Wir sind der Meinung, dass Freiversuche auch gegebenenfalls zu mehr Belastungen führen können, wenn sich Studierende bei zu vielen Prüfungen anmelden und so die Belastung größer wird, weil man dann mehr Klausuren schreibt."

Er verweist auf ein Bündel von Maßnahmen, das die Hochschule umsetze, um Studierenden in der Corona-Krise zu helfen: "Man kann sich bis einen Tag vor der Klausur davon abmelden. Ohne Gründe. Und wir sind eine von drei Unis in NRW, in denen man schon wieder in der Bibliothek vor Ort lernen kann."

Außerdem werde die Regelstudienzeit um ein Semester verlängert, inklusive BAföG.

Stand: 10.06.2020, 13:07