Siegener Studenten protestieren gegen AfD-Gastredner

Proteste gegen Jongen an der Uni Siegen 02:40 Min. Verfügbar bis 20.12.2019

Siegener Studenten protestieren gegen AfD-Gastredner

Von Christian Klein

  • Studenten protestieren gegen Seminar an Uni Siegen
  • AfD-Politiker Marc Jongen als Gastredner
  • Etwa 100 Polizisten sicherten die Veranstaltung

Rund 75 Studenten protestierten am Donnerstag (20.12.2018) gegen einen Vortrag des AfD-Bundestagsabgeordneten Marc Jongen. Jongen war Gastredner im philosophischen Seminar "Denken und denken lassen", in dem es um Meinungsfreiheit ging.

Rektor begrüßt Seminar und Demo

Vor dem Vortrag rechtfertigte sich Uni-Rektor Holger Burckhart: "Im fünften Artikel des Grundgesetzes steht die Freiheit von Forschung und Lehre. Auch solche Veranstaltungen sind dort eingeschlossen, deshalb will ich sie ermöglichen."

Genauso gerechtfertigt sieht Burckhart aber auch die Demonstrationen außerhalb des Gebäudes. Knapp 75 Studenten hatten sich zu einem Flashmob verabredet.

Mit Kreide schrieben sie unter anderem "Wir sind bunt“, "Keine Bühne für die AfD" und "Refugees Welcome" auf die Straße vor dem Seminargebäude. Während des Vortrags versuchten die Studenten mit lauter Musik und Parolen die Rede zu stören.

Etwa 100 Polizisten im Einsatz

Ein Polizist diskutiert mit Protestanten

Polizisten im Gespräch mit Protestierenden

Gesichert wurde das Seminar von einer Hundertschaft der Polizei. Den Vortrag, den Jongen unter das Motto "From freespeech to hatespeech" - also von freier Sprache zu Hasssprache - gestellt hatte, verfolgten rund 100 Studenten.

Die Auftritte Jongens und des umstrittenen Buchautors und Berliner Ex-Finanzsenators Thilo Sarrazin, der im Januar im gleichen Seminar zu den Studenten sprechen will, hatten schon bei Bekanntgabe zu Diskussionen geführt. Die Universität hatte Abstand von der Veranstaltung genommen und angekündigt, das Seminar finanziell nicht zu unterstützen.

Stand: 20.12.2018, 19:46

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

  • 8 Sibylle Wagner 21.12.2018, 23:19 Uhr

    Haben die sonst nix zu tun,gehören die auch zur rotgrünversiffen Fraktion?Steckt die mal für ein paar Wochen inveinen Steinbruch zum arbeiten,dann vergeht denen jegliche Lust an Demos

  • 7 Alex Haufler 21.12.2018, 13:07 Uhr

    Der Spiegel lässt grüssen, liebe WDRler!

  • 6 Cornelia Bossert 21.12.2018, 10:02 Uhr

    Hut ab, vor den Studierenden, die sich hinstellen und dafür kämpfen, dass sie auch in Zukunft in einer starken Demokratie leben können. Sehr interessant ist doch, dass genau die Menschen, für die FakeNews probate Mittel sind, um ihre rechte Gesinnung zu stärken, die unsere Demokratie in Frage stellen und event. sogar bereit sind, diese abzuschaffen, wenn es ihren politischen Vorstellungen dient, immer wieder darauf pochen, ihre politische Gesinnung ausleben zu dürfen. Und wieso werden von ihnen alle, die sich für unsere demokratische Gesellschaft einsetzen, dafür auf die Straße gehen, sie verteidigen und sich eindeutig zum Antifaschismus bekennen, in die linke Ecke gestellt?

  • 5 Demosthenes 20.12.2018, 22:02 Uhr

    Abseits der politischen Diskussion. -> Ein Seminar an einer Universität dient der Vertiefung des Wissens. Es dient nicht der Vermittlung einer einseitig oder subjektiven Sicht des Dozenten, sondern der Vermittlung der Lehre. Dies ist hier nicht der Fall. Somit ist es als das zu betrachten, was es ist. Die gezielte Provokation einer Institution und der Gesellschaft. Warum dies auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen wird ist mir schleierhaft. Hier muss sich der Dozent die Frage gefallen lassen, warum er dies tut...wird er aber wahrscheinlich weniger, weil er sich als das Opfer sieht. Der Schaden für seine Kollegen, die sich die Frage gefallen lasse müssen, was alles als Lehre an Universitäten verkauft wird, wird er billigend in Kauf nehmen. Und damit ist er jemand, der charakterlich und inhaltlich leider keine Vorlesung halten sollte!

  • 4 Ralf 20.12.2018, 21:02 Uhr

    Merken die Demonstranten und Teile der Uni eigentlich noch, was sie für einen Flurschaden anrichten? Man kann die Meinung der AfD zur Migration für inhuman halten und die Äußerung **dieser** Meinungen für illegal halten. Es ging hier aber um ein anderes Thema, nämlich (Theorie der) Meinungsfreiheit, das im Prinzip genausowenig mit der Migrationsfrage zu tun hat wie der Dieselskandal oder 100 andere politische Themen. Insofern gehen die Plakate "refugees welcome" am Thema vorbei. Die Demonstranten fordern nicht weniger als die politische Totalvernichtung wegen AfD-Mitgliedschaft, also den generellen Verlust des Rechts, sich zu irgendwelchen politischen Themen öffentlich zu äußern. Damit sind sie noch totalitärer als die AfD, und merken es nicht. Eine bessere Reklame für sich kann sich die AfD nicht wünschen.

    Antworten (3)
    • Markus 21.12.2018, 16:21 Uhr

      Ich stimme Ihnen absolut zu! Als einer der Studenten, die die Veranstaltung besucht haben kann ich außerdem noch hinzufügen, dass die Diskussion nach dem Vortrag sich in den allerwenigsten Fällen tatsächlich an dem eigentlichen Thema orientiert hat. Am Ende kam sogar die Frage nach der Klimapolitik der AfD, die in keinster Weise Erwähnung im Vortrag fand. Desweiteren ist das Verhalten von einigen (!) Universitätsprofessoren und -angestellten absolut fehlgeleitet. Eine Diskussion ist in diesem Kontext nicht mehr möglich. Und das sage ich als jemand, der selbst eher dem linken politischen Spektrum angehört.

    • LG 21.12.2018, 21:17 Uhr

      "Es ging hier aber um ein anderes Thema, nämlich (Theorie der) Meinungsfreiheit, ..." Genau darum geht es eben nicht! Herr Jongen ist kein Experte für Theorie der Meinungsfreiheit, und auch nicht für deren Praxis. Als Akademiker und als MdB genießt er viele Priviliegen und darf seine Meinung im höchsten Ort der deutschen Demokratie, dem Bundestag, regelmäßig kundtun. Nein, es geht nicht um Theorie der Meinungsfreiheit, sondern um Politik – und Herrn Schönecker geht es darum, dass Menschen wie Jongen oder auch Sarazzin ihre rassistische und menschenverachtende Idieologie unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit verbreiten dürfen. hier finden Sie einen guten Hintergrundartikel zum gesamten Thema und Seminar: https://www.zfmedienwissenschaft.de/online/meinungsfreiheit-rechtspopulistische-netzwerke-und-nazifreie-universitäten

    • Anonym 22.12.2018, 00:28 Uhr

      Bus

  • 3 Siegbert Hufschmidt 20.12.2018, 20:11 Uhr

    Es ist unerträglich, dass einem Rechten wie AfD-Jongen eine Bühne an einer unserer Unis geboten wird. Und das begründet wird mit unserem Grundgesetz. Der für diese Unterstützung von Nazis verantwortliche Philosophie-Professor Dieter Schönecker müsste vom Universitätsbetrieb ausgeschlossen werden.

    Antworten (5)
    • Karl Hackius 21.12.2018, 02:39 Uhr

      Freiheit ist immer die Freiheit der anders denkenden! Die anderen werden vernichtet, oder wie?

    • Alex Haufler 21.12.2018, 13:06 Uhr

      Das musst du doch ertragen. Lerne das.

    • nautico 21.12.2018, 14:55 Uhr

      Wie krank denken Sie denn?? Es ist eine demokratisch gewählte Partei. Punkt! Undemokratisch führen sich mitunter die Altparteien auf. Unsäglich. Natürlich kann man Hitlergruß und ähnliches nicht gutheißen. Dies ist ein Straftatbestand und muß so geahndet werden. Was sich die linken Gruppierungen leisten steht vielem der Rechten in nichts nach. Reaktionäre sind von gestern. Das kommt nicht wieder. Konservative erkennen den Fortschritt, wollen eine zu schnelle Änderung aber dämpfen. Eine richtige Einwanderungspolitik würde vor allem den legalen und schon integrierten Ausländern eher helfen, als dieses Chaos von Frau Merkel. Man sollte auch mal Professor Andreas Rödder hören un/oder lesen. In der Mitte können sich alle politischen Strömungen finden. Zur Mitte zähle ich allerdings nicht das momentane Finanzengehabe. Da bin ich zu 70% bei den Linken.

    • R. Sterzing 21.12.2018, 15:07 Uhr

      Pauschal alle AfD'ler als Nazis zu diffamieren ist ein Verstoß gegen geltendes Recht. Gesetze gelten auch für Sie, nicht nur für andere! Und für andere gelten eben auch die gleichen Rechte, die Sie für sich auch in Anspruch nehmen. Das ist übrigens Meinungsfreiheit und auch Toleranz. Beides wichtige Bestandteile einer Demokratie. Wenn Ihnen das nicht paßt, sind Sie offensichtlich weniger Demokrat als viele AfD'ler. So wenig man deren Ansichten möglicherweise auch mag.

    • Sibylle Wagner 21.12.2018, 23:25 Uhr

      Anscheinend sind sehr fehlgeleitet,eine Partei wie die AFD als NAZIS zu bezeichnen,diese Partei ist demokratisch gewählt und in,wenn ich mich nicht täusche in jedem Lantag in Deutschland vertreten,Gott sei Dank.Wenn die Jusos bis zum 9.Monat durchsetzen wollen und Giffey die Kitakinder die Zöpfe tragen deren Eltern als Rechte tituliert und diese ausspioniert werden sollen,das nenne ich Nazimethoden sonst nix.

  • 2 Helmut Peters 20.12.2018, 18:43 Uhr

    Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, allerdings für manche nur wenn es eigenen Ideologie entspricht. Eben typisch für unsere ach so guten Linksgesinnten.

  • 1 tesitestman 20.12.2018, 18:27 Uhr

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