Uni Paderborn: Studie zu Missbrauch in der katholischen Kirche

Generalvikar Alfons Hardt, die Uni-Präsidentin und Wissenschaftlerinnen vor dem Universitätsgebäude.

Uni Paderborn: Studie zu Missbrauch in der katholischen Kirche

  • Wer wusste in der katholischen Kirche von den Missbrauchsfällen?
  • Wissenschaftlerinnnen der Uni Paderborn leiten Studie
  • Auftrag des Erzbistums Paderborn

Wissenschaftlerinnen der Uni Paderborn leiten eine Studie zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Das hat das Erzbistum Paderborn am Donnerstag (04.06.2020) bekannt gegeben.

Bereits seit Mitte Februar beschäftigen sich Dr. Nicole Priesching und Dr. Christine Hartig vom Lehrstuhl Religions- und Kirchengeschichte mit den Fragen: Wer wusste von den Missbrauchsfällen? Welche Maßnahmen wurden unternommen und haben die Strukturen der Kirche den Missbrauch gefördert?

Die bisherigen Forschungsergebnisse legten nahe, so Priesching, dass sich die kirchlichen Institutionen lange vor einer Auseinandersetzung mit diesem Thema gescheut und so das Leid der Betroffenen nicht ausreichend anerkannt haben.

Akteneinsicht und Interviews mit Betroffenen

Generalvikar Alfons Hardt versprach den Wissenschaftlerinnen uneingeschränkten Aktenzugang. Die Studie werde zwar im Auftrag des Erzbistums Paderborn durchgeführt, dennoch seien die Forscherinnen nicht weisungsgebunden, so Hardt.

Für die Aufarbeitung wollen die Forscherinnen mit Betroffenen sprechen. In den nächsten Monaten soll ein öffentlicher Aufruf gestartet werden, um potenzielle Interviewpartnerinnen und -partner anzusprechen.

Stand: 04.06.2020, 14:43