Unfall auf A2: Zwei Ponys überfahren

Ein Lkw nach dem Zusammenstoß mit einem Pony

Unfall auf A2: Zwei Ponys überfahren

Drei Ponys sind in der Nacht von Montag auf Dienstag auf die A2 bei Herford gelaufen, zwei von ihnen wurden dabei tödlich verletzt. Die Tiere waren einem Pferdehalter aus Herford entlaufen

Die Polizei wurde mitten in der Nacht alarmiert: Drei Ponys standen auf dem Seitenstreifen der Autobahn 2 bei Bad Salzuflen. Aber noch während der Anfahrt der Beamten liefen zwei der Tiere auf die Fahrbahn. Ein Tier wurde nach Angaben der Polizei von einem Sattelzug erfasst, das zweite Pony wurde von einem Auto überfahren. Ein drittes Pferd konnte eingefangen werden.

Autobahn eine Stunde gesperrt

Die Tiere waren einem Pferdehalter aus Herford entlaufen. Er hat sich bei der Polizei gemeldet und wird wohl für die Schäden haften müssen. Die A2 musste zwei Stunden gesperrt werden. Menschen sind bei dem Unfall nicht verletzt worden, der Sattelzug wurde abgeschleppt.

Peter Buckmann ist seit 39 Jahren Lkw-Fahrer. Er saß am Steuer des Lkw, der eines der Ponys erfasste. Gerade war er auf dem Weg nach Hannover, als er auf einmal einen dumpfen Knall hörte: "Da habe ich drei Meter vor mir gesehen, was es war". Bremsen sei nicht mehr möglich gewesen. Trotzdem handelte er richtig und hielt das Steuer gerade.

Experte: Unfall muss im Zweifel in Kauf genommen werden

Mit solchen Ausnahmesituationen beschäftigt sich Arnd Schilack seit vielen Jahren. Als Fahrsicherheitstrainer von der Verkehrswacht Bielefeld bringt er Autofahrern bei, wie sie sich richtig verhalten, wenn plötzlich ein Tier im Weg steht: "Bremse zu, Lenkung fest und gerade" – das sei laut Schilack besonders wichtig. Dem Fahrzeug müsse so viel Bewegungsenergie wie möglich genommen werden. Ein Unfall müsse im Zweifelsfall in Kauf genommen werden.

Bei Unfällen mit Wildtieren, wie sie in OWL heimisch sind, droht für Pkw-Fahrende meist keine Lebensgefahr. Bei großen Nutztieren, wie Pferden oder Kühen ist das anders, sagt auch Arnd Schilack, "weil einfach die Aufprallwucht so immens ist." Bei solchen Zusammenstößen könne es auch passieren, dass das Tier durch die Windschutzscheibe bricht.

Der Schock sitzt tief

Mit seinem 40-Tonner musste Peter Buckmann in jedem Fall die Spur halten. Genau das hat er getan, aber der Schock sitzt tief. Er sei immer noch aufgefühlt: "Ich möchte nicht behaupten, dass mir das nicht auf den Magen schlägt."

Stand: 01.12.2021, 08:21