Wladimir Klitschko

Klitschko übernimmt Ukraine-Jobportal aus Coesfeld

Stand: 20.06.2022, 10:40 Uhr

Ein Coesfelder Unternehmer gründete im März die gemeinnützige Jobbörse JobAidUkraine. Jetzt wird die erfolgreiche Plattform für Flüchtlinge sogar von Wladimir Klitschko übernommen.

10.000 Unternehmen, die sich engagieren. Um die 17.000 Jobangebote. Rund 5.000 erfolgreiche Stellenvermittlungen. Bisher... Schon von Beginn an, im März 2022, war die gemeinnützige Job-Plattform JobAidUkraine aus Coesfeld ein großer Erfolg. Jetzt gibt Marcus Diekmann sein "Baby" quasi ab. Aber gerade das macht ihn sehr stolz.

Ein Geschenk für die Menschen in der Ukraine

Marcus Diekmann im Portrait.

Der Coesfelder Digital-Unternehmer Marcus Diekmann war Mitbegründer von JobAidUkraine

"Von Anfang an sollte das ehrenamtliche Projekt eine Hilfe sein. Es war ja nicht gedacht, um damit Geld zu verdienen", sagt er. Es gebe keinen besseren Tag als den heutigen Weltflüchtlingstag, um ein solch wichtiges Projekt den Menschen in der Ukraine schenken zu dürfen.

Denn denen "gehört" es nun gewissermaßen, wenn es heute unter dem Dach der Hilfsinitiative #WeAreAllUkrainians ein neues Zuhause findet. Die Initiative, inzwischen eine gemeinnützige GmbH, wurde u. a. von Wladimir Klitschko, Bruder des Kiewer Bürgermeisters, ins Leben gerufen. Das Ziel: in verschiedenen Bereichen Angebote für Hilfesuchende aus der Ukraine zu machen.

"Toller Baustein" für Integration

Diese Sparte fehlte noch, sagte Tatjana Kiel, CEO von Klitschko Ventures und enge Mitarbeiterin des ehemaligen Boxers. Seit sie Marcus Diekmann bei einer Veranstaltung traf, wuchs die Idee, die Kräfte beider Aktionen zu bündeln. JobAidUkraine sei "ein toller Baustein", der gut zu #WeAreAllUkrainians passe und helfe Menschen zu integrieren. Auch Wladimir Klitschko selbst wisse das Projekt und die damit gelebte Solidarität sehr zu schätzen.

"Geflüchtete brauchen Perspektive"

Marcus Diekmann und seine Kollegin Polina.

Von Anfang an gab es viele Jobangebote für ukrainische Geflüchtete

Die Idee zu der mehrsprachigen Job-Plattform kam dem Coesfelder Digital-Unternehmer Marcus Diekmann schon wenige Tage nach Ausbruch des Ukraine-Krieges. Über ein ehemaliges Au-Pair aus der Ukraine erhielt er Kontakt zu vielen anderen Menschen, deren Land nun plötzlich im Krieg war. Immer mehr überlegten zu fliehen.

Für Diekmann war sofort klar, er würde versuchen zu helfen. "Wohnraum zu finden ist schon schwer, aber das schaffen wir", sagte er sich damals. Drängender war die Frage, wovon sollen die Menschen leben, wenn der Krieg länger dauert. Wer gibt den Geflüchteten eine Perspektive?

Ein starkes Netzwerk im Hintergrund

Die Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland kommen, brauchen Arbeit, sagte sich Diekmann. Und vielleicht ergeben sich ja auch Möglichkeiten für Menschen, die in der Ukraine geblieben sind, von dort für deutsche Unternehmen zu arbeiten. Gerade auch dieser Aspekt, Menschen in der Ukraine Arbeit zu geben, habe Klitschko begeistert, erklärt Tatjana Kiel. So gelänge es sogar trotz des Krieges ein bisschen, die Wirtschaft in der Ukraine am Laufen zu halten.

JobAidUkraine hat ein starkes Netzwerk, auf das es zurückgreifen kann. Bereits mit dem Beginn der Corona-Pandemie und dem ersten Lockdown startete die Initiative "Händler helfen Händlern". In der sind mittlerweile bundesweit mehr als 4.600 Händler, Handels- und Wirtschaftsunternehmen, Journalisten und Handelsexperten miteinander vernetzt. Die tragen auch die Job-Plattform und werden es weiter tun, auch unter dem neuen Dach.

Ziel: Angebote öffnen auch für andere Hilfesuchende

Darüber freut sich Tatjana Kiel besonders. Und sie blickt schon mal in die Zukunft: Langfristig sollen sich Angebote wie JobAidUkraine nicht nur an Menschen aus der Ukraine, sondern an alle Hilfesuchenden richten. So viele suchten einen Job, sagt Kiel, und so viele hätten krasse Expertisen zu bieten, um auf unserem Arbeitsmarkt problemlos Fuß zu fassen.

Über dieses Thema berichten wir am 20.06.2022 im WDR Fernsehen in der Lokalzeit Münsterland um 19.30 Uhr.