Trockenheit setzt dem Münsterland zu

Dürre schlecht für die Landwirtschaft

Trockenheit setzt dem Münsterland zu

  • Kreis Coesfeld stoppt Entnahme aus Wasserläufen
  • Bauern fürchten erhebliche Einbußen
  • Waldbestand durch Trockenheit gefährdet
Beinahe ausgetrocknetes Flussbett

Die Stever führt kaum noch Wasser

Der Kreis Coesfeld hat verfügt, dass Gartenbesitzer und Landwirte kein Wasser mehr aus Stever, Berkel und Aa entnehmen dürfen. Am Pegel der Stever in Senden ist der Wasserstand auf zehn Zentimeter gesunken. So niedrig, dass laut Unterer Wasserbehörde eine Gefahr für Fische, Amphibien und Pflanzen besteht.

Kontrollen angekündigt

Das hat Konsequenzen für gut 30 Landwirte und Betreiber von Baumschulen. Obwohl sie eigentlich eine Erlaubnis haben, dürfen sie kein Wasser mehr abpumpen. Der Kreis Coesfeld will kontrollieren, ob das eingehalten wird. Notfalls werde er Bußgelder verhängen. Die Kreise Borken und Steinfurt wollen nach Pfingsten entscheiden, ob sie Bewässerungen aus Bächen und Flüssen untersagen.

Trockenheit: Niedrigwasser im Münsterland

WDR Studios NRW 29.05.2020 00:40 Min. Verfügbar bis 29.05.2021 WDR Online

Sorgen bei Milchbauern

Dabei bereitet die wochenlange Trockenheit auch den Bauern im Münsterland Probleme. Vor allem Milchbauern sorgen sich um das Futter für ihre Tiere. Nach dem ersten Grasschnitt in diesem Jahr wächst ohne Wasser einfach nichts nach. Nach zwei Dürrejahren in Folge fürchten viele Milchbauern um ihre Futtervorräte.

Drohende Trockenheit im Münsterland Lokalzeit Münsterland 29.05.2020 01:22 Min. Verfügbar bis 29.05.2021 WDR Von Detlef Proges

Staubwolken beim Pflügen eines Feldes bei Heimerzheim

Die Böden sind teilweise staubtrocken

Auch auf den Getreidefeldern fehlt Wasser. Der Vorsitzende des Bauernverbands im Kreis Warendorf, Hermann-Josef Schulze Zumloh, rechnet mit Ernteeinbußen bei Wintergerste und Weizen, besonders auf sandigen Böden.

Gefahr für den Wald

Mann mit orangenem Schutzhelm und Fernglas im Wald

Förster Hochhäuser sorgt sich um den Wald

Das Regionalforstamt Münsterland sieht den Wald als Wirtschaftsfaktor in Gefahr. Beispielsweise ist in Beckum in jüngster Zeit ein 120 Jahre alter Buchenbestand mangels Wasser einfach so abgestorben. Rund 14.000 Bäume, die – weil sie zuletzt auch noch von einem Pilz befallen wurden -, nicht einmal mehr als Kaminholz taugen.

Der Leiter des Regionalforstamtes, Heinz-Peter Hochhäuser, listet weitere Problemkandidaten auf: Man finde kaum noch gesunde Eichen im Münsterland. Und: Neben Fichten seien jetzt auch Lärchen von Borkenkäfern befallen. 2000 Hektar freie Fläche müssen wieder aufgeforstet werden.

Stand: 29.05.2020, 20:00