Wie Landwirte mit kreativen Ideen der Dürre trotzen

Stand: 09.06.2022, 20:00 Uhr

In den letzten Jahren haben Dürre und Trockenheit für schlechtere und ausgefallene Ernten gesorgt. Landwirte aus Westfalen finden spannende Lösungen für das Problem.

Landwirte in Deutschland haben in den letzten Jahren viele Erfahrungen mit Dürre gemacht. Und sie werden sich darauf einstellen müssen, dass es so weitergeht. Kreative Ideen sind gefragt – Bauern aus Westfalen haben schon Erfolge mit ihren Ideen.

Satellitenbilder zeigen fruchtbare Böden an

Landwirte aus Westfalen haben unterschiedliche Ideen, um ihre Erträge trotz Trockenheit zu steigern.

Fabian Karthaus aus Ostwestfalen-Lippe will die ertragreichsten Areale seiner Äcker finden.

Fabian Karthaus im Kreis Paderborn arbeitet auf seinen Feldern mit Technologie. Per Satellitenaufnahmen findet er fruchtbaren Boden auf dem Acker. Mit einem Ampelsystem ordnet die Karte ein, wo fruchtbarer und wo weniger fruchtbarer Boden zu finden ist.

Technologie gleicht Trockenheit aus

So findet der ostwestfälische Landwirt heraus, wo in den letzten Jahren viel Ertrag war und wo wenig. Er will das Saatgut an unfruchtbaren Stellen nicht verschwenden.

Landwirte aus Westfalen haben unterschiedliche Ideen, um ihre Erträge trotz Trockenheit zu steigern.

Der Bürener Landwirt lässt sich anzeigen, wo seine Maschinen viel aussäen werden.

Seinen Traktor hat Fabian Karthaus deswegen umgerüstet: Die Maschine säht nur da, wo es laut Satellitenbildern sinnvoll ist. Das führt dazu, dass die Ernte nicht schrumpft.

"Vor zehn Jahren war das Wetter noch gleichmäßig und planbar. Die Technologie gleicht jetzt das aus, was das Wetter vielleicht an Kapriolen reinbringt. Das ist wirklich beachtlich, weil die Erträge zumindest gleichbleibend sind." Fabian Karthaus, Landwirt aus dem Kreis Paderborn

Feuer für mehr Nährstoffe im Münsterland

Landwirte aus Westfalen haben unterschiedliche Ideen, um ihre Erträge trotz Trockenheit zu steigern.

Karl-Wilhelm Ratte aus dem Münsterland nutzt seinen alten Mais, um daraus Kohle zu gewinnen.

Im Münsterland will Karl-Wilhelm Ratte die Trockenheit mit Feuer bekämpfen. Er verbrennt die Reste von seinem Mais, um Kohle zu gewinnen. Die hilft später auf dem Acker: "Dadurch dass die Kohle enorm porös ist, kann sie viel Wasser und Nährstoffe speichern. Und wenn es dann mal trocken wird, dann nimmt sich die Pflanze Wasser und Nährstoffe aus der Kohle", erklärt Ratte das Prinzip. Nachdem er seine Maisreste verkohlt hat, zerkleinert er sie und verteilt das Ganze mit der Gülle auf den Feldern.

Erste Erfolge durch Kohle-Methode sichtbar

Seine Pflanzen haben längere Wurzeln, seit er mit der Kohle arbeitet. Auch im Direktvergleich, sagt Ratte, macht die Zugabe von Kohle einen Unterschied. In einem trockenen Jahr hätten seine Pflanzen später Trockenstress-Symptome gezeigt als die seines Nachbarn.

Studierende wollen Zukunft der Landwirtschaft erforschen

Auch an den Hochschulen in Westfalen ist die Dürre Thema. Student Niklas Krueger will Landwirt werden, aber er hat Respekt vor der Zukunft: "Man macht sich schon Gedanken und auch Sorgen. Aber hier lernt man alternative und neue Verfahren kennen, die sich auf die Praxis übertragen lassen und die helfen, das in den Griff zu bekommen", sagt Krueger.

Seine Mitstudierenden und er wollen herausfinden, wie der Ackeranbau in der Zukunft aussehen kann. Auf einem kleinen Versuchsgut bei Soest erforschen auf Mini-Feldern, wie welche Pflanzen auf neue Bewirtschaftungsmaßnahmen reagieren.

Mini-Felder mit verschiedenen Züchtungen und Ideen

Landwirte aus Westfalen haben unterschiedliche Ideen, um ihre Erträge trotz Trockenheit zu steigern.

Auf den kleinen Feldern testen sie das mit verschiedenen Pflanzen und Getreidesorten. Eine Idee: Die Reste nach der Ernte auf dem Feld liegen lassen. Darunter ist der Boden nicht so trocken wie in anderen Bereichen.

Dürre und Trockenheit werden die Landwirte von heute und morgen weiter beschäftigen. Aber in Westfalen gibt es erste Lösungen für dieses Problem.