Wildschweinjagd gegen afrikanische Schweinepest

Nach einer Treibjagd stehen Jäger und Treiber neben geschossenen Wildschweinen

Wildschweinjagd gegen afrikanische Schweinepest

  • Großangelegte Treibjagd auf Wildschweine in Bielefeld
  • Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest soll verhindert werden
  • Tierschützer kritisieren Treibjagd

100 Jäger machten am Dienstag (09.01.2018) in den Wäldern und Jagdrevieren nahe der A2 Jagd auf Wildschweine. Die Tiere tragen nach Auskunft des zuständigen Veterinäramtes zur Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest bei Hausschweinen bei. Außerdem verursachten sie erhebliche Schäden in der Landwirtschaft.

Die Bestände müssten dezimiert werden, da die Zahl der Wildschweine ungewöhnlich stark zugenommen habe. Früher, so ein Landwirt aus Bielefeld, habe man zwei, drei Einzeltiere im Revier gehabt. Jetzt seien es mehrere Rotten mit bis zu 20 Tieren, die die Äcker verwüsteten.

Erreger auf dem Vormarsch

Die Landwirte haben zudem große Angst vor der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest (ASP). Je mehr Wildschweine es in NRW gebe, desto höher sei das Risiko, das der Erreger nach Deutschland kommt. Das Virus macht sich seit Jahren in Osteuropa breit. Nach dem Baltikum und der Ukraine gibt es jetzt auch Fälle in Polen und Tschechien. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, endet für Haus- und Wildschweine aber in den meisten Fällen tödlich.

Angst vor Milliarden-Schäden

Sollte sich die Schweinepest nach Deutschland ausbreiten, droht den Landwirten ein Milliarden-Schaden. Nach Auskunft des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes exportieren die Schweinezüchter rund 40 Prozent ihrer Tiere ins Ausland. In NRW halten 7.300 Landwirte rund 7,2 Millionen Schweine (Stand November 2017). Die Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich. Das Fleisch befallener Schweine darf aber nicht vermarktet werden.

Die Treibjagd sorgte aber auch für Kritik. Tierschützer meinen, manche Tiere würden nur angeschossen und müssten qualvoll verenden.

Große Wildschweinjagd beginnt in Bielefeld

WDR 5 Morgenecho - Beiträge | 09.01.2018 | 03:19 Min.

Stand: 09.01.2018, 06:38