Treckerdemo gegen geplantes Atommüll-Lager Würgassen

Ein Landwirt demonstriert gegen das geplante Atommüll-Zwischenlager im Kreis Höxter. Neben seinem Traktor hat er Rollrasen ausgelegt. Auf einem Plakat steht "Grüne Wiese statt riesige Atomhalle"

Treckerdemo gegen geplantes Atommüll-Lager Würgassen

In Beverungen-Würgassen haben Landwirte gegen das geplante Atommüll-Lager demonstriert. Mit Treckern, Rollrasen und Blumensamen kamen sie in den Kreis Höxter.

Vor den Toren des ehemaligen Kernkraftwerks in Würgassen versammelten sich am Donnerstagnachmittag viele Landwirte mit ihren Traktoren. Sie fordern den Rückbau der Anlage und wollen verhindern, dass der Ort Würgassen auf Dauer zu einem Zwischenlager für atomaren Müll wird.

Mit Rollrasen gegen Atommüll-Lager

Stattdessen wollen die Landwirte das Areal rekultivieren, denn schon vor Jahren hatten ihnen die Betreiber der Anlage an der Stelle eine grüne Wiese versprochen. Statt des Versprechens der grünen Wiese sei nichts geschehen. Jetzt wolle man zeigen, wie schnell so etwas gehen könne.

Bei der Aktion sind die Landwirte mit 25 Schleppern, viel Erde, Rasensamen und Rollrasen angerückt. So machten sie aus der Betonfläche selber eine grüne Wiese. Die Aktion war nach einer Stunde beendet und das Gelände wieder aufgeräumt.

Würgassen: Logistikzentrum für Atommüll in NRW?

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 25.05.2021 20:06 Min. Verfügbar bis 21.05.2022 WDR 5 Von Elke Vieth und Stefan Leiwen


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Würgassen soll Zwischenlager werden

In Würgassen könnte der zentrale Umschlagplatz für deutschen Atommüll entstehen: ein bundesweit einzigartiges und riesiges Logistikzentrum für Deutschlands schwach- und mittelradioaktiven Müll. Dafür soll ab 2023 eine Halle enormen Ausmaßes gebaut werden: 325 Meter lang, 125 Meter breit und 16 Meter hoch. Hier soll der Atommüll zunächst gesammelt und sortiert werden, damit das genehmigte Endlager Schacht Konrad in Salzgitter passgenau befüllt werden kann, erklärt das zuständige Bundesumweltministerium.

Seit gut einem Jahr kämpfen Anwohner*innen und der Bürgermeister von Würgassen dagegen: Der Standort erfülle die Kriterien nicht, die passende Infrastruktur sei nicht vorhanden. Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung hält allerdings an den Plänen fest.

Stand: 10.06.2021, 17:23