Klinikum Bielefeld will sich mit Angehörigen von totem Patienten einigen

Klinikum Bielefeld Schild

Klinikum Bielefeld will sich mit Angehörigen von totem Patienten einigen

Das Klinikum Bielefeld will sich außergerichtlich mit den Angehörigen eines verstorbenen Patienten einigen. Das bestätigte ein Kliniksprecher. Die Medikamente des jungen Mannes waren verwechselt worden.

"Wir wollen den Fall lückenlos aufklären", stellte die Klinikleitung im Gespräch mit dem WDR nochmals klar. Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld nach eigenen Angaben mehrere rechtsmedizinische Gutachten in Auftrag gegeben, um die genaue Todesursache des Klinik-Patienten zu klären. Auch die Kriminalpolizei ermittelt, wie es zu dem tragischen Todesfall kommen konnte. Er war Ende August bekannt geworden.

Patient hatte Methadon bekommen

Nach Angaben der Bielefelder Klinik hatte der 26-Jährige Patient durch eine Verwechselung ein falsches Medikament bekommen, und zwar eine hohe Dosis der Ersatzdroge Methadon.

Er hatte im August eigentlich wegen einer Routine-Operation im Krankenhaus gelegen, war auf dem Weg der Besserung und sollte Tage später entlassen werden. Das Methadon war für einen anderen Patienten gedacht.

Tödliche Folgen

Wegen der Folgen der Medikamenten-Verwechselung wurde der 26-jährige dann in ein anderes Bielefelder Krankenhaus gebracht. Doch dort starb er.

Stiftung Patientenschutz ist bestürzt

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat bestürzt auf den Tod reagiert. Sie fordert die Einführung von Stationsapotheken mit digitalen Kontrollsystemen wie Barcodes und Scannern.

Sie lösen Alarm aus, wenn die Zuordnung zwischen Medikament und Patient bei der Übergabe nicht stimmt. Es komme immer wieder zu Verwechselungen, sagt die Stiftung.

Stand: 04.09.2020, 18:24