Schwere Vorwürfe gegen Toys R Us in Siegen

Toys-R-Us

Schwere Vorwürfe gegen Toys R Us in Siegen

Von Mike Külpmann

  • Toys R Us entlässt zweimal Siegener Betriebsrat
  • 53-Jähriger nennt Vorwürfe vorgeschoben
  • Gesamtbetriebsrat: Klagen an der Tagesordnung

Ingo Markowski aus Siegen hat gerade erst erfolgreich gegen seine fristlose Kündigung durch die Spielzeugkette Toys R Us geklagt, da kommt der nächste Rauswurf.

Die Vorwürfe: Beim ersten Mal soll er eine Auszubildende umarmt und auf die Stirn geküsst haben. Im zweiten Fall soll er vor 15 Jahren einen sexistischen Spruch auf einer Betriebsfeier losgelassen haben.

"Vorwände, um mich los zu werden"

Im Gerichtssaal gegen Toys-R-Us

Im Gerichtssaal gegen Toys R Us

"Beides nur Vorwände, um mich los zu werden", sagte der 53-jährige Familienvater am Donnerstag (20.09.2018) im WDR. Das Arbeitsgericht Siegen gab seiner Kündigungsschutzklage Recht. Die Richter hegten "erhebliche Zweifel" an der Glaubhaftigkeit der Aussage der Auszubildenden - Toys R Us geht in die Revision.

Für Ingo Markowski und andere Gewerkschafter ist klar: Hier soll ein unbequemer Betriebsrat kalt gestellt werden. Kerstin Hoffmann, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Toys Ur Us Deutschland bestätigt das.

"Druck auf Betriebsräte"

Auseinandersetzungen und Klagen seien an der Tagesordnung. Allein in Aachen habe es an die 20 Gerichtstermine gegeben. "Sobald ein Betriebsrat aktiv die Arbeitnehmerrechte vertritt, wird Druck gegen ihn ausgeübt."

In Aachen zog die Spielzeugkette gegen eine Betriebsrätin vor Gericht. Sie habe sich zu oft freigestellt. Das Ziel: Sie als Betriebsrätin abzusetzen. Das Verfahren läuft noch.

Spielzeugkette wehrt sich

Toys-R-Us

Ein Ex-Betriebsrat wehrt sich gegen seine Kündigung

Toys R Us verwahrt sich gegen die Anschuldigungen und schrieb dem WDR: "Dieser Vorwurf ist schlichtweg erfunden, und wir weisen ihn entschieden zurück. In beiden Fällen stehen konkrete arbeitsrechtliche Pflichtverletzungen im Raum. Insbesondere ging es in einem Fall um die schutzbedürftigen Interessen anderer Mitarbeiter."

In beiden Fällen von Ingo Markowski soll im Oktober 2018 das Landesarbeitsgericht in Hamm entscheiden.

Stand: 20.09.2018, 07:29