Tote Rotmilane: Windkraftstreit in Brilon eskaliert

Fotomontage: Windräder und Roter Milan

Tote Rotmilane: Windkraftstreit in Brilon eskaliert

Von Horst-Joachim Kupka

  • Kadaver von Rotmilanen gefunden
  • Ermittlungsverfahren läuft
  • Windkraft-Betreiber weist Vorwürfe zurück

Erst vorletzte Woche soll ein Rotmilan durch die Rotorblätter einer Windkraftanlage auf der Briloner Hochfläche getötet worden sein. Schon im Juni 2018 habe Jagdaufseher Reinhold Knipschild einen weiteren Vorfall beobachtet: "Ich habe gesehen, wie der Vogel in die Anlage geflogen ist. Im Juni hat der Rotmilan noch Junge. Die sind auch verendet."

Das abgeholzte Terrain um die Anlage sei zu groß. Deshalb hätten die Betreiber gegen die artenschutzrechtlichen Auflagen in den Genehmigungsbescheiden verstoßen, argumentieren die Windkraftgegner.

Betreiber wehrt sich gegen Vorwürfe

Ein toter Rotmilan liegt auf einem Schotterboden

Diesen Kadaver haben Zeugen fotographiert

Hauptgesellschafter der Windpark Brilon GmbH & Co KG ist das Energieunternehmen EWF im hessischen Korbach. Der Investor widerspricht dem Vorwurf: Das Gelände rund um die Windkraftanlage entspreche sehr wohl den Vorgaben.

Tatsächlich hatten Windkraftgegner im Genehmigungsverfahren auf die Nester der Greifvögel in den Verbotszonen hingewiesen. Dennoch hat der Hochsauerlandkreis die Anlagen genehmigt. Wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens gibt es von der Kreisverwaltung keine Stellungnahme.

Windkraftgegner sind wütend

Auch in den Medien wird der Streit ausgetragen. In einem Zeitungs-Leserbrief der Westfalenpost wird behauptet, der Kadaver sei von den Windkraftgegnern absichtlich hingelegt worden. Jetzt werden Juristen im Briloner Windkraftstreit entscheiden.

Stand: 20.08.2018, 10:46