Mord aus Eifersucht: Ehemann zu lebenslanger Haft verurteilt

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Mord aus Eifersucht: Ehemann zu lebenslanger Haft verurteilt

Nach dem Tod seiner Ehefrau ist ein Mann vom Landgericht Paderborn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er habe seine Frau mit 31 Messerstichen getötet.

Der Angeklagte nahm an, seine Frau habe eine Affäre, wodurch er seine vermeintliche Ehre verletzt gesehen sah, so das Urteil. Zunächst hatte sich der Mann am Tatabend scheinbar mit seiner Frau versöhnt. Laut Urteil habe er aber geplant, seine Frau zu bestrafen. Die Kammer ging von niederen Beweggründen bei der Tat aus. Der Angeklagte habe einen "zutiefst patriarchalischen Ehrbegriff, in dem er glaubte, über das Leben seiner Frau bestimmen zu können". Angehörige sagten als Zeugen vor Gericht aus, der Mann sei zunehmend eifersüchtig gewesen.

Täter rief selbst die Polizei

Von einem geplanten Mord ging das Gericht nicht aus. Der 30-Jährige Syrer habe sich dennoch während eines Besuchs bei der Verwandtschaft ein Küchenmesser besorgt. Damit tötete er seine Frau kurz danach im Auto. Am Tatabend meldete er sich über den Notruf bei der Polizei Paderborn. Er forderte die Beamten auf, zu einer Anschrift in Sennelager zu kommen und legte auf. Zehn Minuten später meldete sich der Mann wieder und gab an, seine Frau getötet zu haben.

Verwandte beschuldigt

Die Polizisten fanden in einem Auto den Leichnam der 20-jährigen Syrerin - mit Schnittverletzungen im Halsbereich. Die Beamten nahmen den Mann noch vor Ort fest. Vor Gericht hatte er die Tat bis zuletzt bestritten und seine Verwandten bezichtigt. Diese seien neidisch auf seine gute Ehe und die Kinder gewesen. Die Frau hinterlässt drei Kinder.

Stand: 07.09.2021, 19:25