Tönnies: Alle Produktionsbereiche wieder am Start

Die Arbeit im Tönnies-Zerlegebetrieb mit neuem Hygienekonzept

Tönnies: Alle Produktionsbereiche wieder am Start

  • Nach Schlachtung auch Zerlegung wieder erlaubt
  • Probebetrieb unter zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen
  • Stadt: "Infektionsrisiko nachweislich minimiert"

Nach der Wiederaufnahme des Schlachtbetriebes am Donnerstag (16.07.2020) ist für das Tönnieswerk nun auch wieder die Schweine- und Sauenzerlegung frei gegeben. Ab Freitag dürfen die 2.714 Arbeiter das Werksgelände betreten und ihre Arbeit schrittweise wieder aufnehmen. Das teilt die Stadt Rheda-Wiedenbrück am Donnerstagabend mit.

Grundsätzlich dürfen auf dem Betriebsgelände nur Mitarbeiter arbeiten, die nicht unter Quarantäne stehen und ein Negativattest vorlegen können. Die Einhaltung der Vorgaben wird durch die Ordnungsbehörde kontrolliert, so der Bürgermeister. "Es finden weitere Kontrollen statt, deren Frequenz wird erhöht."

Vorerst eingeschränkter Probebetrieb

In diesem Probebetrieb dürfen nicht mehr als 10.000 Tiere geschlachtet, zerlegt und weiter verarbeitet werden. Diese Beschränkungen werden als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme verfügt. Danach ist ein schrittweises „Hochfahren“ des Bereiches denkbar, so die Stadt Rheda-Wiedenbrück in einer Pressemitteilung, nachdem die Arbeit am Freitag bewertet werden konnte.

Vorausgegangen war eine Begehung von Gutachtern und Experten und Abstimmungsgespräche mit allen beteiligten Behörden. Das Hygienekonzept, aufgerüstete Filteranlagen, erhöhte Frischluftzufuhr und die vorgegeben Installationen wie Trennelemente aus Plexiglas wurden geprüft. Das erhöhte Infektionsrisiko konnte laut Stadt "nachweislich minimiert werden".

Wohnen und Transport der Werkvertragsarbeiter

Auch für die Werkvertragsarbeiter soll sich einiges ändern: Die Wohnraumkontrollen werden verstärkt, falls die Räumlichkeiten in den Bereich der Arbeitsstättenverordnung fallen. Die Wohnraumbewirtschaftung wird mittelfristig eine eigens dafür zu gründende Gesellschaft übernehmen. Die Mitarbeiterbeförderung wird optimiert: Je Fahrzeugtyp ist eine maximale Personenanzahl vorgegeben. Außerdem soll eine Datenbank für Adressen der Beschäftigen entstehen.

Mehr Tests und Hygiene-Schulungen

Alle Produktionsbeschäftigten werden in einem Zelt am Werkseingang zweimal wöchentlich, Reiserückkehrer täglich, getestet. Der automatische Temperaturscanner wird zu Schichtbeginn ergänzt um einen ärztlichen Check aller am Drehkreuz eintreffenden Mitarbeiter. Die sollen außerdem geschult werden - unter anderem was das Tragen eines medizinischen, dreilagigen Mund-Nasen-Schutzes angeht: Der ist in allen Betriebsgebäuden Pflicht. Außerdem sollen Vorhänge eine Trennung der Mitarbeiter bewirken. Die Arbeitsplätze haben einen Mindestabstands von 1,5 Metern voneinander.

Sozialräume und betriebliche Wegeführung

Alle Mitarbeiter eines Teilbereiches sollen ihren separaten Kantinenbereich nutzen. Es gibt gestaffelte Pausenzeiten, so dass sich Belegschaften unterschiedlicher Arbeitsbereiche nicht vermischen. Die Laufwege vom Werkseingang bis zum Arbeitsplatz wurden in einem Einbahn-System festgelegt, die Schichzeiten gestaffelt.

Kommentar: Auf der Suche nach guten Fleisch

WDR 4 Zur Sache 16.07.2020 02:03 Min. Verfügbar bis 16.07.2021 WDR 4 Von Jörg Brunsmann

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Tönnies und Gütersloh - die Aufarbeitung beginnt

WDR 5 Westblick - aktuell 15.07.2020 04:34 Min. Verfügbar bis 15.07.2021 WDR 5 Von Uwe Pollmann

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Stand: 16.07.2020, 21:05