Tönnies stellt 6.000 Werksmitarbeiter direkt an

Außengelände der Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG in Rheda-Wiedenbrück.

Tönnies stellt 6.000 Werksmitarbeiter direkt an

Der in die Kritik geratene Fleischverarbeiter Tönnies beginnt mit der Anstellung der bisherigen Werksarbeiter.

Rund 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln bei einer Kartellamtszustimmung zum Monatswechsel direkt in die Unternehmensgruppe, teilte Tönnies in Rheda-Wiedenbrück am Mittwoch mit. Weitere 3.200 würden zum November direkt angestellt.

Bis Jahresende sollen nach Unternehmensangaben alle 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kernbereichen der Schlachtung und Zerlegung von den bisherigen Dienstleistern übernommen werden.

Dabei werden den Mitarbeitern mindestens die gleichen Voraussetzungen wie vorher geboten, teilte der Konzern mit. Neben der Direkteinstellung suche man das Gespräch mit der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten, um einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zu schließen.

Verbot von Werkverträgen ab 2021

Tönnies reagiert damit auf Kritik von Gewerkschaften, Kirchenvertretern und Politikern an dem in der Fleischindustrie bisher üblichen System, nicht auf eigene Belegschaft, sondern auf über Subunternehmer beschäftigte Werkarbeiter zu setzen.

Am 10. September hatte der Bundestag das sogenannte Arbeitsschutzkontrollgesetz in erster Lesung behandelt. Es sieht vor, dass Kerntätigkeiten in der Fleischwirtschaft wie Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten künftig nicht mehr von betriebsfremden Beschäftigten ausgeführt werden dürfen. Werkverträge und Leiharbeit sollen in der Branche von 2021 an verboten sein.

Stand: 23.09.2020, 11:07