Vorerst keine Wiedereröffnung bei Tönnies

Teilnehmer reisen zu Verhandlungen im Kreishaus an

Vorerst keine Wiedereröffnung bei Tönnies

  • Treffen im Kreishaus Gütersloh
  • Noch keine abschließenden Ergebnisse
  • Werks-Begehung am Dienstag

Vertreter der Bezirksregierung, des Kreises Gütersloh und der Stadt Rheda-Wiedenbrück haben am Montag (06.07.2020) mit der Leitung des Fleischunternehmens Tönnies erstmals darüber gesprochen, wann und unter welchen Voraussetzungen im Werk in Rheda-Wiedenbrück wieder der Betrieb aufgenommen werden kann. Am Dienstag (07.07.2020) soll eine Werks-Begehung stattfinden.

Tönnies hatte zuvor bereits ein Konzept vorgelegt, wie im Unternehmen zukünftig die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung und des Arbeitsschutzes erfüllt werden sollen. Landrat Sven-Georg Adenauer sagte dazu am Montag (06.07.2020) jedoch: „Das Konzept, das die Firma vorgelegt hat, beantwortet bei Weitem nicht alle Fragen, die geklärt werden müssen. Also bis der Betrieb wieder anläuft kann es noch dauern!“

Nach den Verhandlungen mit den Unternehmensvertretern sagte Adenauer gegenüber dem WDR: "Man hat der Firma auch angemerkt, dass sie verstanden hat, dass es die Behörden sind, die den Takt angeben und nicht die Firma; dass es viele Hausaufgaben noch zu machen hat, insbesondere im Bereich der Belüftung."

Schutz der Mitarbeiter stehe an erster Stelle

Zum Austausch mit dem Tönnies-Konzern im Kreishaus Gütersloh ist erstmals auch die Regierungspräsidentin Judith Pirscher erschienen. Sie teilte nach der Sitzung mit, man habe konstruktive Gespräche geführt. Diese ließen hoffen, dass man gemeinsam eine Lösung finden könne.

Die Regierungspräsidentin von OWL im WDR-Interview

OWL-Regierungspräsidentin Judith Pirscher vor dem Gespräch mit Tönnies-Konzern

Die Sicherheit der Arbeiter vor Ansteckung stehe im Vordergrund, so Pirscher: "Es müssen die Abstände eingehalten werden und dafür muss es auch genug Kantinen und Pausenräume geben. Und es gibt eine ganze Liste von anderen Punkten, die den Arbeitsschutz betreffen, die abgearbeitet werden müssen."

Aktueller Stand: Wiedereröffnung nicht vor 17. Juli

Vor dem Kreishaus trafen sich außerdem fast 100 Landwirte mit ihren Traktoren, um ihrer Forderung nach einer baldigen Wiedereröffnung des Tönnies-Werkes Nachdruck zu verleihen.

Landrat Adenauer zeigte sich verständnisvoll, sagte aber auch: "Die Landwirte haben sich ja heute sehr kritisch geäußert. Und da muss man dann eben vielleicht andere Schlachthöfe finden. Oder man muss eben dann sehen, dass möglichst alle Defizite schnell aufgearbeitet werden. Aber das ist Aufgabe der Firma [Tönnies, Anmerkung der Redaktion]."

Zuletzt hatte die Stadt Rheda-Wiedenbrück in Absprache mit dem Land NRW, dem Kreis Gütersloh und der Bezirksregierung Detmold verfügt: Der Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück bleibe bis zum 17. Juli geschlossen.

Stand: 06.07.2020, 16:01