Kreis Gütersloh: Tönnies und Amazon kämpfen verstärkt um Mitarbeiter

Außengelände der Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG in Rheda-Wiedenbrück.

Kreis Gütersloh: Tönnies und Amazon kämpfen verstärkt um Mitarbeiter

Im Kreis Gütersloh nimmt der Konkurrenzkampf um Mitarbeiter zwischen Fleischverarbeiter Tönnies und Onlineversandhändler Amazon an Schärfe zu.

Tönnies wirft dem Internetriesen vor, ganz gezielt Mitarbeiter des Unternehmens anzusprechen und für sein neues Lager in Oelde (Kreis Warendorf) abwerben zu wollen.

Tönnies: "Ganz schlecher Stil"

Im Juli und September habe es Werbeaktionen gegeben. Unter anderem habe Amazon laut Tönnies-Unternehmenssprecher André Vielstädte Flyer vor den Werkstoren verteilt auf mobilen Plakaten vor dem Unternehmen für sich geworben.

Das sei "ganz schlecher Stil", hieß es von Tönnies am Mittwoch im Gespräch mit dem WDR. Außerdem habe Amazon eigens eine Buslinie von Rheda-Wiedenbrück nach Oelde eingerichtet, um zusätzliche Anreize zu bieten.

Amazon: "Ganz normaler Wettbewerb"

Amazon weist die Vorwürfe zurück; direkte Abwerbeversuche habe es keine gegeben. Wohl aber suche das Unternehmen in der Tat per Handzetteln nach neuen Mitarbeitern, auch in Rheda-Wiedenbrück.

Der Oelder Amazon-Geschäftsführer Norbert Brandau: "Das ist ganz normaler Wettbewerb. Wir suchen Mitarbeiter im ganzen Kreisgebiet, ob in Warendorf oder in Gütersloh, von Hamm bis Bielefeld. Wir wollen uns hier als Arbeitgeber etablieren".

DGB: Gute Angebote machen

Der Deutsche Gewerkschaftbund Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld appelliert unterdessen an beide Unternehmen, die Lohn- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter zu verbessern.

"Es müsste gar keinen Zwist geben", ordnet Anke Unger, DGB-Regionsgeschäftsführerin, ein. "Wenn sie ihre Leute behalten wollen, sollen beide was tun und ihren Leuten etwas Ordentliches anbieten".

Stand: 17.09.2020, 11:28