Tönnies-Konzern sucht Mitarbeiter-Wohnungen

Tönnies-Konzern sucht Mitarbeiter-Wohnungen

  • Übernahme von 1.000 Mitarbeitern bis September
  • Ziel: aktzeptablen Wohnraum schaffen
  • Mitarbeiterbindung über Schlafplätze und Wohnungen

Nachdem der Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück zukünftig Arbeiter im Unternehmen selbst anstellen will, äußert sich Unternehmenssprecher Dr. André Vielstädte im Gespräch mit dem WDR zu den Absichten, für die Arbeiter Wohnraum zu schaffen.

Wohnraum für Mitarbeiter gesucht

Wohnraum anzubieten, sei eine Voraussetzung dafür, Mitarbeiter gewinnen zu können, so Vielstädte. Denn Beschäftigte des Fleischkonzerns hätten - wie andere Wohnungssuchende in OWL - Schwierigkeiten, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden. Als Arbeitgeber wolle Tönnies vor allem diejenigen dabei unterstützen, die derzeit in Gemeinschaftsunterkünften wohnen. "Denn wir wissen auch, nur mit der Wohnung können wir sie dann auch an uns binden."

Bereits 400 Schlafplätze für Vermietung

Nach Aussage des Unternehmenssprechers wohnen 70 Prozent der Mitarbeiter in Privatunterkünften, 30 Prozent in Gemeinschaftsunterkünften. "Deswegen haben wir hier uns auf den Weg gemacht und sind sehr, sehr aktiv auf dem hiesigen Wohnungsmarkt in der gesamten Region unterwegs, haben Stand heute schon rund 400 Schlafplätze in der Unternehmensgruppe, die wir vermieten, und werden diesen Weg auch fortsetzen."

Tönnies um Akzeptanz bemüht

Dr. André Vielstädte, Unternehmenssprecher des Tönnies-Konzerns

Dr. André Vielstädte, Unternehmenssprecher des Tönnies-Konzerns in Rheda-Wiedenbrück

In einem Sofortprogramm will Tönnies mehr Platz schaffen und im Wohnraum Mindeststandards einhalten, die kontrolliert werden. Tönnies hat außerdem angekündigt, neben Anmietungen mit zwei Wohnungsgesellschaften selbst neuen Wohnraum zu schaffen - langfristig weitere 1.500 Einheiten. Dazu gehöre es, mit den Kommunen ins Gespräch zu kommen, neuen Wohnraum zu schaffen und Wohnraum zu aktivieren "immer vor einem Tönnies Standard, der dann auch von den Behörden und von der Gesellschaft akzeptiert wird."

Mieterbund OWL hofft auf Verbesserungen

Der Geschäftsführer des Mieterbunds Ostwestfalen-Lippe, Ralf Brodda, fordert den Fleisch-Konzern auf, Verantwortung zu übernehmen. "Wenn das auf seriösen Beinen steht, wenn die Mitarbeiter nicht mehr die Angst haben, derjenige der sich wehrt, verliert seinen Arbeitsplatz, dann haben wir auch Zugriff, dann können wir auch besser den Blick darauf haben und wir wissen vor allem, wer der Vermieter ist und wo die Ansätze sind."

Stand: 21.07.2020, 08:37