Unternehmer Clemens Tönnies

Clemens Tönnies räumt Fehler im Umgang mit Beschäftigten ein

Stand: 05.11.2021, 19:46 Uhr

Clemens Tönnies hat in einem Interview mit dem "Spiegel" Fehler im Umgang mit Arbeitern eingeräumt. Subunternehmer hätten stärker kontrolliert werden müssen, so der Konzernchef.

"Wir haben Fehler gemacht: Wir hätten schon vor fünf Jahren genauer darauf achten müssen, wie die Subunternehmer ihre Arbeiter unterbringen", so Tönnies gegenüber dem Nachrichtenmagzin "Spiegel". "Wir hätten uns mehr kümmern müssen." Die meisten Arbeiter an deutschen Standorten seien inzwischen fest angestellt.

"Raus aus der Schmuddelecke"

In dem Interview sprach sich Tönnies für einen Mindestlohn von zwölf Euro in seiner Branche aus. Schon vor Jahren habe er im Branchenverband argumentiert: "Wir müssen raus aus der Schmuddelecke mit den Billiglöhnen. Warum zahlen wir nicht zwölf Euro die Stunde?"

Kilopreis für Bauern "eine Schande"

Fleisch müsse in Zukunft ebenfalls teurer werden, so Tönnies. Den Kilopreis von 1,20 Euro, den Bauern aktuell für ihr Fleisch bekommen, bezeichnete er als "eine Schande". Der Fleischfabrikant sprach sich dafür aus, "eine Art Fleischsteuer" von 40 Cent pro Kilo zu erheben. Damit sollen Bauern Zuschüsse für artgerechten Umbau ihrer Stelle bekommen.

Kritik an Tönnies wegen Arbeitsbedingungen

Der Konzern stand im vergangen Jahr stark in der Kritik: zunächst nach einem großen Corona-Ausbruch in der Belegschaft, dann wegen den Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche sowie der Unterbringung der ausländischen Arbeitskräfte. Mit Beginn des Jahres 2021 hat die Bundesregierung Werksverträge in Kernbereichen der Fleischindustrie verboten.