Familienstreit im Tönnies-Konzern offenbar geschlichtet

Schriftzug des Fleischbetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück

Familienstreit im Tönnies-Konzern offenbar geschlichtet

Beim Fleischkonzern Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück scheint der langjährige Familienstreit beigelegt. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, soll die bisherige Eigentümerstruktur unverändert bleiben.

Es klingt nach dem friedlichen Ende eines jahrelangen erbitterten Streits: Tönnies bleibe ein Familienunternehmen, überschreibt der Konzern eine Presseinformation am Mittwoch. Alles bleibe, wie es ist. Die Gesellschafterstämme seien zu dem Schluss gekommen, dass die jetzige Struktur genau die richtige sei. Das Zerrüttungsverfahren sei beendet.

Jahrelange öffentliche Streits zwischen Robert und Clemens Tönnies

Dabei hatten sie sich über Jahre öffentlich gestritten: auf der einen Seite der allgegenwärtige Konzernboss Clemens Tönnies, auf der anderen sein Neffe Robert. Dessen früh verstorbener Vater Bernd hatte das vergleichsweise noch kleine Unternehmen vor vielen Jahren an seinen Bruder Clemens übergeben. Beiden Seiten gehört die Gruppe zu 50 Prozent – doch Robert Tönnies wollte mehr. Sein Onkel habe sich Anteile unrechtmäßig erschlichen.

Verkauf des Konzerns stand im Raum

Noch im März war in der Branche offen über den Verkauf des Konzerns an internationale Investoren spekuliert worden. Damals wurde ein Wert von knapp vier Milliarden Euro genannt. Von Seiten des Konzerns hieß es damals, dass man solche Gerüchte generell nicht kommentiere.

Gesellschafter wollen Konzern gemeinsam führen

Jetzt ist sogar von einem gemeinsamen operativen Management die Rede. Der Fokus werde nun auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Tierschutz gelegt. Außerdem wolle man den Wert des Unternehmens weiter steigern. In diesem Jahr feierte das Unternehmen das 50-jährige Firmenjubiläum.

Welche Lehren ziehen wir aus dem Fall Tönnies? corona nachgehakt 23.07.2020 14:37 Min. Verfügbar bis 23.07.2025 Phoenix

Stand: 04.08.2021, 16:11