Tönnies: Arbeiten an Lüftungsanlage

Ein Blick auf ein Gebäude der Firma Tönnies mit dem Schriftzug als Firmenlogo an der Wand und cartonnhaft gezeichneten Rindern und einem Schwein auf dem Dach.

Tönnies: Arbeiten an Lüftungsanlage

  • Neue Filter in Lüftungsanlage
  • Tests auf Durchlässigkeit
  • Konzern will Schlachthof wieder eröffnen

Beim Fleischverarbeiter Tönnies im Kreis Gütersloh wurden am Montag (13.07.2020) neue Filteranlagen getestet. Die sollen in Zukunft verhindern, dass sich das Coronavirus über die Lüftung im Schlachthof verbreiten kann. In der Folge der Filtertests bespricht der Bonner Hygiene-Professor Martin Exner nun die Ergebnisse mit den Behörden. Davon hängt im wesentlichen ab, wann Tönnies den Betrieb wieder aufnehmen darf.

Ziel: Viren aus Atemluft filtern

Bei den neuen Filtern handelt es sich um komplexe Spezialanlagen, wie sie auch in Operationssälen zum Einsatz kommen. Sie halten auch Viren zurück, erklärt Christian Fischer, Hygiene-Fachkraft am Klinikum Lippe in Detmold: "Die bleiben da hängen, der Filter sättigt sich auf. Der Luftdruck vor und hinter dem Filter wird ständig gemessen. Zum einen sehen wir dann, dass der Filter immer undurchlässiger wird, bis er dann irgendwann ausgetauscht werden muss. Zum anderen würden wir auch eine technische Störung, eine Leckage des Filters auch so messen."

Rauch-Tests für Hochleistungsfilter

Mit Rauch wurde getestet, ob die neuen Filter funktionieren - ob sie also Kleinstpartikel wie Coronaviren aus der Raumluft herausfiltern. Begleitet werden die Tests unter anderem von Wissenschaftlern der Uni Bonn.

Die Forscher hatten schon wenige Tage nach dem Massenausbruch mit dem Coronavirus Mitte Juni die Lüftungsanlage in der Schlachtung und Zerlegung als möglichen Faktor für die Virusausbreitung identifiziert.

Vergangene Woche hatten die Behörden grünes Licht für den Einbau der Hochleistungsfilter gegeben. Von den Tests dürfte maßgeblich abhängen, wann Tönnies den Schlachtbetrieb wieder aufnehmen darf.

Erste Mitarbeiter bekommen Schulungen

Nach WDR-Informationen sind seit dem Vormittag einige Führungskräfte im Werk. Nach einem Corona-Vortest werden sie, so die Aussage eines Mitarbeiters, in die neuen Arbeitsabläufe und die Umbaumaßnahmen eingewiesen.

Hygienekonzept Bedingung für Wiedereröffnung

Eine Verfügung der Stadt Rheda-Wiedenbrück verbietet eine Öffnung des Schlachthofes vor dem 17.07.2020. Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, hatte in der vergangenen Woche aber Bereitschaft signalisiert, eine frühere Öffnung zu gestatten. Bedingung sei aber die Umsetzung eines Hygienekonzepts, das den Schutz der Arbeiter vor der Ansteckung mit dem Coronavirus garantiert.

Stand: 13.07.2020, 15:34