Uni Münster will besser über Tierversuche aufklären

Tierversuche sollen transparenter werden Lokalzeit Münsterland 22.07.2021 03:16 Min. Verfügbar bis 22.07.2022 WDR Von Antje Kley

Uni Münster will besser über Tierversuche aufklären

Die Universität Münster hat sich verpflichtet, künftig stärker über Tierversuche zu informieren. Auf der Homepage soll es beispielsweise eine aktualisierte Übersicht geben.

41.730 Tierversuche wurden im vergangenen Jahr an der Universität Münster durchgeführt. Dass diese Zahl jetzt offiziell bekannt gegeben wird, ist Resultat der Initiative Transparente Tierversuche. Ihr hat sich die Uni Münster jetzt als eine der ersten angeschlossen.

Welche Tiere werden gehalten, wie schwer sie leiden müssen, welche Schäden sie davontragen, all diese Aspekte will die Westfälische Wilhelms-Universität künftig offenlegen.

Tierversuche an Affen

Stefan Schlatt ist Professor am Institut für Reproduktions- und Regenerationsbiologie. Er forscht derzeit über das Altern beim Mann und untersucht in dem Zusammenhang die hormonellen Veränderungen bei Weißbüschelaffen. Die kleinen Affen werden an der Universität Münster gezüchtet. "Sie leben nicht artgerecht, aber tiergerecht", sagt der Wissenschaftler. Er unterstützt die Initiative Transparente Tierversuche, denn man habe nichts zu verbergen.

Kritik von Tierschützern

Tierschützer kritisieren die Initiative als Augenwischerei und Lobbyarbeit. Seit 2010 gebe es einen EU-Beschluss zum Ausstieg aus Tierversuchen, passiert sei aber nichts. Außerdem seien viele Tierversuche gar nicht auf den Menschen übertragbar und daher überflüssig, betonen Vertreter vom Bündnis gegen Tierversuche immer wieder.

Tierversuche sind medizinisch notwendig

Eine Probe, daneben ein Mikroskop

Forscher untersuchen Gewebeproben

Stefan Schlatt widerspricht. Tierversuche werden bereits ersetzt, wo  es geht. Durch Forschung an Gewebeproben oder mit Hilfe von mathematischen Simulationen. Aber Tierversuche seien nach wie vor notwendig, findet Schlatt und die Initiative, initiiert auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, sei ein wichtiger Schritt für mehr Diskussion und Transparenz.

Wenn Versuchstiere ein Zuhause bekommen

WDR 5 Quarks - Hintergrund 25.11.2019 09:14 Min. Verfügbar bis 24.11.2024 WDR 5 Von Katharina Nickoleit


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Stand: 22.07.2021, 20:00

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