Uni Münster bekommt neues Tierversuchslabor

Eine Frau nimmt einen Käfig mit Mäusen aus einem Regal mit vielen weiteren Käfigen

Uni Münster bekommt neues Tierversuchslabor

Von Heike Zafar

  • Neubau für Versuche mit Mäusen
  • Land trägt Kosten von 14 Millionen Euro
  • Gegner fordern Verzicht auf Tierversuche
Ein mittleren Alters blickt direkt in die Kamera

Prof. Stefan Schlatt forscht über Zeugungsprobleme

"Es ist ein reines Maushaus", sagt Professor Stefan Schlatt. Bis zu 13.000 Tiere sollen dort gehalten werden. Als Reproduktionsmediziner forscht Schlatt schon seit vielen Jahren an Mäusen. Früher vor allem zur Pille für den Mann. Heute will er zum Beispiel untersuchen, wie Zeugungsprobleme entstehen und wie man sie heilen kann. Dafür seien die alten Forschungsräume zu klein, zu weit auf dem Gelände der Uniklinik verteilt und hygienisch nicht ideal.

Gefrorene Mäuseembryonen

Eine weiße Maus sitzt auf der Hand einer Labormitarbeiterin, sie trägt Gummihandschuhe

Die Versuchsmäuse leben in Plastikgefäßen

Für ihre Experimente importieren Professor Schlatt und seine Kollegen genetisch veränderte Mäuseembryonen aus den USA. Tausende davon sind in Münster in einem Stickstoff-Tank eingefroren. Bei Bedarf tauen die Forscher sie auf und setzen sie Mäuseweibchen ein.

Die ausgetragenen Mäuse werden im Labor in kleinen Plastikgefäßen gehalten. In einem Experiment werden den Männchen zum Beispiel die Hoden entnommen. "Schmerzen haben sie nicht, weil wir sie töten", sagt Professor Schlatt.

"Die Maus ist kein Mensch“

Die Drensteinfurter Hautärztin Christine Bee fürchtet, dass solche Versuche jetzt noch ausgeweitet werden sollen. Als Vorstandssprecherin von "Ärzte gegen Tierversuche" ist sie davon überzeugt, dass die Ergebnisse kaum auf Menschen übertragbar sind. Das mache die Forschungen überflüssig und sogar gefährlich. "Mit dem Geld sollten Forscher lieber tierversuchsfreie Methoden entwickeln, so wie andere Länder das tun", sagt sie.

Das neue Tierversuchslabor der Universität soll im Juni eröffnet werden.

Stand: 07.03.2018, 09:43