Tierheime wollen ukrainische Haustiere aufnehmen

Lokalzeit Münsterland 29.03.2022 02:35 Min. Verfügbar bis 29.03.2023 WDR Von Katja Corina Bothe

Tierheime nehmen Hunde und Katzen ukrainischer Geflüchteter auf

Stand: 29.03.2022, 20:01 Uhr

Die Tierheime im Münsterland stellen sich auf eine Hunde- und Katzenschwemme durch ukrainische Flüchtlinge ein. Derzeit sind in Münster ein Hund und eine Katze untergebracht worden.

Von Katja Bothe

Die Mitarbeiter rechnen bald mit deutlich mehr Tieren. Denn in fast jedem Bus, der Geflüchtete ins Münsterland bringt, sind auch Hunde und Katzen an Bord. Wenn die Menschen ihre Tiere nicht mit in ihre Unterkünfte nehmen können - bei Sammelunterkünften ist das grundsätzlich untersagt - müssen die Tierheime einspringen.

In Münster ist Katze Princess untergekommen. Die Rassekatze traut sich kaum aus ihrer Box. Auf der Flucht hatte sie vier Tage nichts gefressen. Gaby Brüning, Tierpflegerin im Tierheim Münster, gibt sich alle Mühe, aber: "Der Ortswechsel ist für Katzen an sich schon schwierig."

Tiere trauern auch

Auch die Hündin Musja kommt aus der Ukraine und wurde von ihrer Halterin mitgebracht. Auch sie darf nicht mit in die Sammelunterkunft. Anders als Katze Princess soll die kleine Hündin nicht von ihrer Besitzerin besucht werden. Denn Hunde verstünden nicht, warum ihre Besitzer sie nicht wieder mitnehmen. "Dann kommt das Trauerverhalten wieder", so Doris Hoffe vom "Tierschutz-Verein Münster und Umgegend e.V."

Tollwutimpfung und Quarantäne

Ein Hund an der Leine

Auch Hündin Musja musste gegen Tollwut geimpft werden

Dr. Giovanni Serra vom Veterinäramt Münster ist mit seinem Team zuständig für die eingereisten Tiere. Hunde und Katzen müssen sofort gegen Tollwut geimpft werden und dann in eine dreiwöchige Quarantäne. Das sei sowohl privat als auch in den Tierheimen schwer umzusetzen. Hunde dürften in dieser Zeit nämlich nur für kurze Gassigänge vor die Tür, Katzen gar nicht. Kontakt zu anderen Tieren muss vermieden werden. Bei den Impfaktionen helfen die Tierheime mit. Sie organisieren die Transporte und stellen Kontakte zu den Tierärzten her.

Hunde aus der Ukraine retten

Einige Organisationen kümmern sich auch um die Tiere, die nicht mitgebracht werden ins sichere Münsterland, sondern im Kriegsgebiet bleiben. So etwa Florian Symanzig aus Senden. Er betreibt eine Hundeschule und eine Hundepension. Vor kurzem hat er 20 Tiere aus der Ukraine geholt. Denn dort geht den Tierheimen das Futter aus. Deshalb beginnen die verzweifelten Mitarbeiter, Tiere einzuschläfern.