Bedeutender Theologe in Münster gestorben

Johann Baptist Metz

Bedeutender Theologe in Münster gestorben

  • Johann Baptist Metz ist tot
  • Neue politische Theologie begründet
  • Laschet würdigt Verdienste

Der weltweit bekannte Theologe Johann Baptist Metz ist tot. Der Münsteraner Hochschullehrer starb am Montag (02.12.2019) im Alter von 91 Jahren. Johann Baptist Metz zählte zu den bedeutendsten und einflussreichsten Theologen des 20. Jahrhunderts.

Prägung durch Kriegserfahrung

Am 5. August 1928 wurde Metz im oberpfälzischen Auerbach geboren. Sein Leben und sein Werk waren geprägt von schrecklichen Kriegserlebnissen, als 16-Jähriger überlebte er als einziger seiner Kompanie einen Angriff.

Nach seinen Studien in Bamberg, Innsbruck und München und der Priesterweihe 1954 übernahm er 1963 eine Professur für Fundamentaltheologie an der Universität Münster, wo er bis 1993 lehrte.

Begründer der neuen politischen Theologie

Gegen eine Privatisierung und Verbürgerlichung des Glaubens betonte Metz die politische Verantwortung der Christen. Er gilt als Begründer der neuen politischen Theologie und hatte maßgeblichen Einfluss auf die lateinamerikanische Befreiungstheologie.

Gegen innerkirchliche Widerstände führte Metz 1968 die neomarxistischen, ideologie- und gesellschaftskritischen Ansätze des Philosophens Ernst Bloch und der "Frankfurter Schule" in die Theologie ein. Damit machte er sich in der Kirche nicht nur Freunde. So verhinderte der spätere Papst Josef Ratzinger 1979 als damaliger Münchener Erzbischof eine Professur von Metz an der Universität München.

Johann Baptist Metz gestorben

WDR Studios NRW 03.12.2019 00:39 Min. Verfügbar bis 10.12.2019 WDR Online

Würdigung des Lebenswerkes

Die katholische Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" würdigte Metz als einen der profiliertesten und einflussreichsten Theologen der Gegenwart. Sein Lebenswerk sei zukunftsweisend für eine grundlegende Reform der Theologie und Kirche gewesen, sagte Christian Weisner von "Wir sind Kirche".

Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bezeichnete Metz als einen der weltweit bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts: "Mit ihm verlieren wir einen Theologen von Weltrang, eine starke Stimme für den christlich-jüdischen Dialog und einen herausragenden Vordenker aus Nordrhein-Westfalen."

Stand: 03.12.2019, 13:59