Tempo 30 in Münsters City

Ein Tempo-30 Schild in der Nahaufnahmen darunter ein gelbes Auto, das auf der Straße fährt

Tempo 30 in Münsters City

  • Tempo 30 für den Lärmschutz
  • Ampelschaltungen wurden angepasst
  • Verkehrsforscher bezweifelt Nutzen

Auf vielen Straßen in Münsters Innenstadt gilt ab Freitag (01.02.2019) Tempo 30. Der Grund: An den betroffenen Straßen war es zu laut; die Grenzwerte wurden deutlich überschritten. Deshalb hat die Stadt entschieden: Runter vom Gas.

Zur Übersicht finden Sie hier die betroffenen Straßen:

Tempo 30 in Münsters Innenstadt

Das ist kein Einzelfall. Im ganzen Land richten Städte Tempo-30-Zonen ein, in Bochum, Duisburg, Gelsenkirchen, Hilden - in der Hoffnung, damit der EU-Umgebungslärmrichtlinie zu genügen. Denn die besagt, dass die Bevölkerung vor gesundheitsschädlichem Lärm zu schützen ist.

Aktionsplan gegen den Lärm

Lärmschutz durch Tempo 30 – das Thema beschäftigt Münster seit vielen Jahren. Anfangs hatte die Stadt in allen Vierteln Daten über die Lärmpegel erhoben. Weil die aber an vielen Straßen die EU-Grenzwerte deutlich überschritten, entwickelte die Stadtverwaltung einen Aktionsplan.

In Münsters City gilt ab dem 1. Februar Tempo 30

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 01.02.2019 03:13 Min. Verfügbar bis 01.02.2020 WDR 5

Download

Tempo 30 Schild

Dabei ist Tempo 30 nur eine Maßnahme. Auf einzelnen Straßenabschnitten wurde lärmmindernder Asphalt aufgetragen, eine wirkungsvolle, aber im Vergleich zu Tempo 30 viel teurere Alternative.

Verkehrsforscher bezweifelt Nutzen von Tempo 30

Michael Schreckenberg

Michael Schreckenberg

Der Verkehrsforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen bezweifelt allerdings, dass Tempo 30 entscheidend zum Lärmschutz beiträgt. Im Gegenteil: Seiner Ansicht nach werden durch niedrige Gänge und hochtouriges Fahren der Schadstoffausstoß und auch der Lärm größer, weil die Motoren mehr Lärm erzeugen.

Stand: 01.02.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

9 Kommentare

  • 9 Anonym 01.02.2019, 19:46 Uhr

    Ich freue mich. Die Klappen meines Auspuffes sind standardmäßig nämlich nur bis 50 km/h bzw. bis zum dritten Gang offen. Dann kann ich endlich das Knallen hören ohne den Verkehr aufzuhalten. Ein Hoch auf den Lärmschutz!

  • 8 Frank 01.02.2019, 12:46 Uhr

    Wer bei Tempo 30 im niedrigen Gang hochtourig fährt, sollte nochmals eine Fahrschule besuchen. Ich fahre oft verschiedene Autos, und alle können prima im dritten Gang bei Tempo 30 gefahren werden. Da verbrauchen sie kaum Kraftstoff und sind sehr leise. Und trotzdem kommen sie jeden Berg hoch. Und bei Tempo 30 macht es auch keinen Sinn, an der Ampel mit Vollgas loszurasen, um an der nächsten Ampel wieder zu stehen.

    Antworten (1)
    • hø'ø 01.02.2019, 17:55 Uhr

      Gleichzeitig bleiben die Motoren schön kühl, das Gemisch ist daher hübsch fett und die Katalysatoren kommen gar nicht erst auf Betriebstemperatur. Will sagen: 30km/h im dritten Gang geht, wenn die Maschine warm ist (aber selbst dann wird es bergauf idR doch etwas problematisch). Sie kommt aber bei ständigem untertourigem Fahren gar nicht auf Betriebstemperatur, was zu mehr Verschleiß und - auch wenn's seltsam klingt - letztendlich höherem Verbrauch führt. Auch das sollte man in der Fahrschule gelernt haben, und beim Fahren bedenken.

  • 7 Anton 01.02.2019, 12:41 Uhr

    Das ist der größte Blödsinn aller Zeiten. Die Politiker gehören allesamt in einen grossen Steinbruch eingesperrt zum Steine klopfen .Zu mehr taugen die heute nichts mehr.

  • 6 Anonym 01.02.2019, 10:51 Uhr

    "Der Verkehrsforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen... Seiner Ansicht nach werden durch niedrige Gänge und hochtouriges Fahren der Schadstoffausstoß und auch der Lärm größer, weil die Motoren mehr Lärm erzeugen." Wer selbst Auto fährt wird sich wohl seiner Meinung anschließen und wenn sich jetzt noch unsere Verkehrsplaner in den Städten dazu entscheiden eine vernünftige Ampelschaltung zu programmieren, könnte man unnötige Schadstoffe und Lärm ebenfalls vermeiden.

  • 5 AuchkeinBeamter 01.02.2019, 10:32 Uhr

    Wahnsinns Kommentare. Macht es besser. Lernt etwas, Bewerber euch, angagiert euch. Typisch deutsch... *Heul* *heul* die sind alle doof und machen mir mein Leben schlecht... Was soll das deffamieren eines ganzen Berufsstandes? Ganz schön hochnäsig oder? Hat Ihnen ein Beamter Mal etwas abgelehnt, oder sind Sie neidisch? Stark so aggressiv im anonymen Internet zu 'haten' statt Mal mit anzupacken und die Welt besser zu machen, weiter so!

    Antworten (1)
    • Bernd 01.02.2019, 17:33 Uhr

      Anstatt die Kommentare schlecht zu machen, würde eine Rechtschreibübung Sinn ergeben, oder?

  • 4 Bernd 01.02.2019, 10:25 Uhr

    Ich bezweifle, dass die Maßnahme den gewünschten Effekt erzielen wird, aber dennoch bin ich offen für die Ergebnisse und begrüße den Schritt. Ob sich meine Hoffnung, dass dies völliger Unsinn ist bewahrheitet, wird sich herausstellen. Ich bin ganz gespannt auf die Auswertungen und hoffe dass man dabei auch ehrlich die Faktenlage regelmäßig veröffentlicht und man offen für entsprechende Anpassungen ist, wie auch immer die Ergebnisse ausfallen werden.

  • 3 Fahrbahngeräusch noch nicht gehört? 01.02.2019, 10:21 Uhr

    Lieber Michael Schreckenberg, wenn´s nicht grad ein Oldtimer ist, dann überwiegt schon ab 15 bis 25km/h das Geräusch, das die Reifen eines fahrenden Autos verursachen (auf Münster´s Kopfsteinpflaster noch früher). Außerdem sind Motoren besonders beim Beschleunigen laut. Weil eine Beschränkung auf eine niedrigere Geschwindigkeit dazu führt, dass weniger beschleunigt werden muss, wird es also auch von daher leiser. Also, lieber Ex-Laufkollege, einfach mal in den 2. Gang schalten und genießen. Schönen Gruß Bernhard B

  • 2 KeinBeamter 01.02.2019, 10:09 Uhr

    Es ist das Gleiche wie immer: die deutschen Beamten doktern an den Symptomen herum, statt die Ursachen zu beseitigen. Und diese Ursachen sind eine katastrophal schlechte Stadtplanung/Verkehrsplanung, mangelnder Wille und mangelndes Können für die Schaffung eines funktionsfähigen Nahverkehrs sowie das Kompetenzgerangel zwischen den zuständigen Behörden in Stadt, Kreis, Bezirksregierung und Land. Würden dort Personen mit gesundem Menschenverstand arbeiten, statt Beamte, bräuchten wir jetzt kein Tempo 30 in den Innenstädten.

  • 1 B. Giertz 01.02.2019, 10:07 Uhr

    haben all diese »Experten« die sich so was ausdenken noch nie in einem normalen Auto gesessen ? 40 überall im 3. Gang ohne viel Schalten das wäre ja zu einfach .....