Attendorn: Telemedizin im Gefängnis

Telemedizin in der JVA Attendorn 01:42 Min. Verfügbar bis 12.08.2021

Attendorn: Telemedizin im Gefängnis

Von Elisabeth Konstantinidis

Die JVA Attendorn hat ein Pilotprojekt für Telemedizin vorgestellt. Im Fokus: Der Bereich der Allgemeinmedizin und die Betreuung von psychisch kranken Gefangenen.

Justizminister Peter Biesenbach hat im Gefängnis Attendorn ein Telemedizin-Pilotprojekt für Gefangene vorgestellt. Insassen mit Fieber, Hautkrankheiten oder Herzschmerzen können nicht mal eben zum Hausarzt. Um den bisher sehr aufwendigen Arztbesuch zu vereinfachen, wird in 7 JVAs in NRW Telemedizin ausprobiert.

Rund um die Uhr Versorgung

Waren Ärzte in der Vergangenheit nur wenige Stunden in der JVA, bietet die Telemedizin eine "Rund um die Uhr"-Versorgung. Justizminister Peter Biesenbach ist sich sicher: "Damit wird Dank modernster Technik gefahrlos die Distanz zwischen Arzt und Gefangenem überbrückt und die Gesundheitsvorsorge im Vollzug in eine neue Ära gelenkt".

Bessere Versorgung von psychisch kranken Gefangenen

Neben der allgemeinmedizinischen Versorgung soll das Projekt auch die Versorgung psychisch kranker Strafgefangener verbessern - momentan eine zunehmende Belastungsprobe für die Justiz.

Ein weiterer Vorteil der Telemedizin liegt zudem in der schnellen Erreichbarkeit. So stehen etwa 60 Ärzte rund um die Uhr für die JVA zu Verfügung. Sie sind innerhalb weniger Sekunden erreichbar.

Diagnose mit nur wenigen Handgriffen möglich

Zahlreiche Spezialgeräte ermöglichen eine umfangreiche Diagnose, z.B. durch EKG und durch die Kontrolle der Lunge, des Darms sowie der Haut. "Mit diesen Möglichkeiten können wir uns ein relativ vollständiges Bild von dem Zustand des Patienten machen", so Anstaltsarzt Martin Thöne.

Nach eineinhalb Jahren endet die Pilotphase. Danach wird entschieden, ob die Telemedizin in allen 36 Anstalten des Landes eingesetzt wird.

Stand: 12.08.2020, 14:01