Telekom-Leitung behindert Bauarbeiten in Sundern

Lydia Schmidt beugt sich über eine Telefon-Leitung an einer Baugrube

Telekom-Leitung behindert Bauarbeiten in Sundern

Von Heinz Krischer

  • Telekom-Leitung müsste verlegt werden
  • Baustopp für Privathaus droht
  • Bauherrin findet keinen Verantwortlichen

Lydia Schmidt ärgert sich über die Telekom. Sie baut in Sundern ein Haus, aber auf dem Grundstück verläuft eine Telefonleitung der Telekom.

Die müsste verlegt werden, damit die Bauarbeiten weitergehen können. Doch die Bauherrin bekam drei Wochen lang keinen Verantwortlichen ans Telefon. Dann drohte ein Baustopp.

Zig Anrufe führten zu nichts

Ein blaues Kabel liegt in einer Baugrube

Die Telefon-Leitung der Telekom liegt im Weg

Lydia Schmidt wandte sich an den WDR. "Ich habe zigmal bei der Telekom-Hotline angerufen, stundenlang, jeden Tag zweimal", schildert sie. Immer wieder bekam sie unterschiedliche Gesprächspartner, erklärte, dass die Leitung dringend verlegt werden muss. Doch es passierte nichts.

"Außer, dass ich eine SMS bekam, dass das Problem gelöst sei", berichtet Lydia Schmidt verärgert. Aber gelöst war gar nichts.

Und die Zeit drängt immer mehr. Wird die Leitung nicht verlegt, kann die Baufirma nicht weiterarbeiten und rückt möglicherweise von ihrer Baustelle ab. "Dann steht hier alles still, und ich weiß nicht, ob dann unser Bau in diesem Jahr noch fertig wird."

Nach WDR-Anfrage wird Treffen vereinbart

Der WDR bat die Telekom um eine Stellungnahme. Wie es zu den SMS mit der angeblichen Lösung des Problems gekommen sei, könne man nicht mehr aufklären, heißt es da. Und: Es sei jetzt ein Baubegleiter benannt worden, der habe mit Lydia Schmidt einen Vor-Ort-Termin ausgemacht.

"Das stimmt", sagt sie. "Allerdings erst, nachdem der WDR sich eingeschaltet hatte." Jetzt hofft sie, dass Bewegung in die Sache kommt und die Leitung endlich verlegt wird.

Kein Einzelfall: Auch Stadtwerke sind betroffen

Ein Mann steht an einem Lkw und bedient einen Kran, der Bauteile für das Haus hebt

Die Baufirmna muss L-Steine setzen, aber solange die Telefon-Leitung im Weg ist, darf sie das nicht

Von der Hotline vertröstet werden, immer wieder andere Ansprechpartner bekommen - eine Erfahrung die nicht nur Privatpersonen machen. Selbst die Sunderner Stadtwerke, die eigentlich gemeinsam mit der Telekom die Leitungen verlegen wollen, kennen das.

Stadtwerke-Chef Jürgen Schwarberg klagt, man habe zwar einen persönlichen Ansprechpartner, aber eben nur einen. Es fehlten Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen. Und das werde schnell zum Problem: "Dann stehen wir oft da und können nicht weitermachen."

Stand: 30.08.2018, 20:00