Kreis Höxter will Taxi-Bereitschaft abschaffen

Ein Taxischild leuchtet auf dem Dach eines Taxis

Kreis Höxter will Taxi-Bereitschaft abschaffen

  • Diskussion über Beförderungspflicht
  • Kaum Fahrgäste zu bestimmten Zeiten
  • Taxi-Betriebe wirtschaftlich angeschlagen

Der Kreis Höxter will es Taxibetrieben in Zukunft leichter machen. Sie sollen von der bisher geltenden Pflicht entbunden werden, Menschen zu jeder Tageszeit fahren zu müssen. Am Dienstag (29.10.2019) will der Kreis- und Finanzausschuss darüber diskutieren, im November dann der Kreistag.

Beförderungspflicht gilt orts- und zeitunabhängig

Aktuell gilt das Recht auf eine Taxifahrt bzw. die sogenannte Beförderungspflicht – unabhängig von Ort und Zeit. Örtliche Betriebe können sich aber zur Entlastung über die Bereitschaft untereinander abstimmen. Von Montags bis Donnerstags ruft jedoch zumindest in der Nacht kaum Kundschaft an. "Wir stehen uns die Räder viereckig", sagte ein Taxiunternehmer dem WDR.

Erschwerte Bedingungen für Taxigeschäft auf dem Land

Besonders in ländlichen Regionen ist das Taxigeschäft schwer geworden wegen gestiegener Mindestlöhne, geschlossener Gastronomiebetriebe, Personalmangels und verändertem Nutzungsverhalten der Fahrgäste. Wegen dieser erschwerten Bedingungen, so eine Verwaltungsvorlage an den Kreis- und Finanzausschuss, hätten bereits sieben Taxibetriebe geschlossen. Außerdem seien 16 Taxikonzessionen zurückgegeben oder nicht wiederbeantragt worden.

Reaktion auf Schließung von Taxibetrieben

Der Kreis Höxter denkt deshalb über ein Pilotprojekt nach, das bereits im Dezember starten könnte. Der Entwurf sieht u. a. vor, die Taxibetriebe für die Zeit von Sonntag bis Donnerstag jeweils von 22 bis 6 Uhr des Folgetages von der Beförderungspflicht zu entbinden.

Gemischte Reaktionen der Taxibranche

In der Branche kommt die Idee unterschiedlich an: Die einen begrüßen die wirtschaftliche Entlastung. Andere sagen, die Menschen müssten sich weiter auf ihr Taxi als Rund-um-die-Uhr-Angebot verlassen können - gerade im ÖPNV-schwachen ländlichen Raum.

Supermarkt zahlt Senioren und Seniorinnen das Taxi Servicezeit 12.09.2019 05:44 Min. UT Verfügbar bis 12.09.2020 WDR Von Michael Bisping

Stand: 23.10.2019, 07:06

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Thommy 24.10.2019, 14:31 Uhr

    Wie wäre es wenn einfach die RUFBEREITSCHAFT in der Nacht abgeschafft wird. Dann können all die jenigen die z.B. Nachts zum Zug müssen oder wissen dass sie eben um 3 von A nach B müssen das z.B. bis 22:00 Uhr anmelden und werden dann gefahren. So sind die Taxifahrer zumindest in den Nächten entlastet wo sich keiner vorangemeldet hat. @Beate Wullenkork: Wie wäre es dann mit einer Beschwerde? In Stuttgart bspw. kann diese sogar Online eingereicht werden. Einfach mal fürs entsprechende Bundesland googeln.

  • 2 Ralf 23.10.2019, 11:57 Uhr

    Das ist ein nachvollziehbares Problem, das man aber besser mit Subventionierung der Vorhaltekosten löst. Die Diskussion über Klima ist für mich Klimahysterie aber man muss nicht unbedingt Gründe für das alternativlose eigene Auto beisteuern. Nicht der Mindestlohn der Fahrer verschärft das Problem sondern die Verarmung der Bevölkerung auf breiter Front durch den Agenda-Politik von Rot-Grün. Dann fehlt eben vielen das Geld ein Taxi. Besoffen Autofahren könnte eine weitere Nebenwirkung sein. Uber würde ich komplett verbieten; das ist nicht Sharing-Economy sondern Lohndumping-Economy mit Demontage von Sicherheitsbestimmungen.

  • 1 Beate Wullenkord 23.10.2019, 11:48 Uhr

    Warum der Antrag wenn es schon Fakt ist. Wollte nachts um 2 Uhr ein Taxi bestellen um mit Jemanden ins Krankenhaus zu fahren weil nicht sicher war ob eine Blutvergiftung vorlag. Keine Chance. Am nächsten Morgen bestätigte mir ein Angestellter vom Taxiunternehmen das es nachts keine Taxifahrten gibt. Das ist jetzt Monate her.