Mittelständler warnen vor hohem Metall-Tarifabschluss

Der Siegener IHK-Präsident Hensel in seinem Unternehmen

Mittelständler warnen vor hohem Metall-Tarifabschluss

  • Sauer- und Siegerländer Unternehmer fordern Zurückhaltung
  • Drohung mit Austritt aus Arbeitgeberverband
  • Finanzielle Belastung für einige kaum verkraftbar
  • Verhandlungen über Tarifabschluss kommende Woche

Bei mittelständischen Metall-Unternehmen im Kreis Olpe und im Kreis Siegen-Wittgenstein sorgt die mögliche Übernahme des Tarifvertrags aus Baden-Württemberg für Unruhe. Viele Arbeitgeber in der Region sind dagegen. Mehrere Unternehmen haben sogar damit gedroht, aus dem Arbeitgeberverband auszutreten.

Bedenken haben vor allem Firmen, bei denen es wirtschaftlich nicht so gut läuft und die unter enormen Kostendruck stehen. Vor allem die finanzielle Belastung mit einem Abschluß von 4,3 Prozent mehr Lohn sei für einige kaum verkraftbar, sagte am Freitag (09.02.2018) der Präsident der IHK Siegen Felix Hensel dem WDR. Nach Angaben des Unternehmers aus Lennestadt überlegen im Kreis Olpe mehrere Betriebe, den Arbeitgeberverband und die Tarifbindung zu verlassen.

Unternehmer: Familienfreundlich ohne tarifliche Regelung

Auch im Siegerland sollen nach WDR Informationen Unternehmen aus der Maschinenbaubranche damit gedroht haben. Sie hatten schon während der Warnstreikphase deutlich gemacht, dass flexible Arbeitszeiten und familienfreundliche Beschäftigung lange Standard bei ihnen seien und nicht tariflich geregelt werden müssten.

Teilnehmer einer Kundgebung der Gewerkschaft IG Metall demonstrieren im Januar 2018 während eines Warnstreiks für mehr Lohn.

Teilnehmer einer Kundgebung der Gewerkschaft IG Metall demonstrieren im Januar 2018 während eines Warnstreiks für mehr Lohn.

Am kommenden Mittwoch (14.02.2018) steht die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie in NRW an. Der Tarifabschluss in Baden-Würtemberg gilt als Modell für Nordrhein-Westfalen.

Stand: 09.02.2018, 17:43