Run auf Tankstellen im Grenzgebiet bei Gronau

Die Tankstellen im Münsterland nahe der Grenze erleben zur Zeit einen großen Andrang. Weil der Sprit in den Niederlanden noch teurer ist als bei uns, kommen Niederländer zum Tanken rüber.

Die Tankstellenpächter an der deutsch-niederländischen Grenze auf deutscher Seite freuen sich über die gesteigerte Nachfrage aus den Niederlanden. Tanktouristen seien ein wichtiger Faktor, sagt Dieter Agten. Er betreibt in unmittelbarer Nähe zur Grenze, in Gronau eine Tankstelle. "In Holland liegt der Spritpreis schon bei über zwei Euro. Und auch Tabakwaren sind in Holland viel teurer als bei uns. Das ist unser Bonus."

Andrang vor allem an Wochenenden

Mit sieben Tankstellen ist Gronau eine Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze mit einer ungewöhnlich hohen Tankstellen-Dichte. Hier stehen vor allem an Freitagen und Samstagen die Autos mit niederländischem Kennzeichen Schlange.

Geld sparen trotz hoher Spritpreise. Für Niederländer geht die Rechnung auf. | Bildquelle: WDR/dpa

"Die Niederlande sind ein schönes Land", meint einer der Wartenden. "Aber zum Tanken komme ich lieber nach Deutschland." Ein anderer verrät, dass er schon seit Jahren nicht mehr in den Niederlanden tankt. "Viel zu teuer!" Und ein Dritter erzählt, dass er den Ausflug zur Tankstelle in Deutschland immer mit einem Einkauf im Supermarkt verbinde. "Auch Lebensmittel sind hier viel billiger als bei uns", sagt der Grenzgänger.

Angst vor weiter steigenden Spritpreisen

Allerdings: So ganz geheuer ist den Tankstellenpächtern in Deutschland die aktuelle Lage nicht. "Wenn die Preise weiter, über zwei Euro steigen, dann kommen vielleicht auch die Holländer nicht mehr, weil sie dann weniger Auto fahren." Deshalb hoffen die Pächter auf eine Normalisierung der Spritpreise in Deutschland. Am Mittwoch kostete der Liter Diesel an den Tankstellen in Gronau um 1,50 Euro, der Liter Super mehr als 1,70 Euro.