Milliarden verzockt: Fachtagung zu Glücksspielsucht in Münster

  • 1,7 Milliarden in NRW verzockt
  • 100.000 Menschen sind spielsüchtig
  • Prävention an Schulen angestrebt

In Münster haben sich am Montag (17.01.2020) Lehrer, Sozialarbeiter, Suchtberater und Psychologen auf einer Fachtagung mit dem Thema Glücksspielsucht beschäftigt. In Nordrhein-Westfalen verzocken schätzungsweise 100.000 Spielsüchtige rund 1,7 Milliarden Euro pro Jahr.

Suchtpotential bei jungen Menschen groß

In der Stadt Münster etwa sind es mehr als 19 Millionen Euro, die jährlich in Geldspielautomaten landen. Hinzu kommen zahlreiche Online-Spiele. Die gefährden nach Meinung der Experten vor allem Jugendliche. Die Landeskoordinierungs-Stelle Glückspielsucht NRW will deshalb mit der Tagung Zugang zu Schulen finden, um Lehrer für spielsüchtige Schüler zu sensibilisieren.

Präventionsangebote an Schulen angestrebt

Die Online-Spiele heißen "Tipico", "Sunmaker" oder "drückglück" und auch auf ihnen kann man viel Geld verlieren. Die Spiele sind für Jugendliche attraktiv, weil sie Roulette, Karten oder Online-Geldspielautomaten bequem von zuhause bedienen können. Das Suchtpotential sei enorm, so die Fachleute. Auf der Tagung in Münster konnten sich Lehrer, Schulsozialarbeiter und Suchtberater über die Gefahren von Glücksspielen im Internet und in Kasinos informieren, um Suchtprävention in Schulen anbieten zu können.

Zwei Betroffene, die jahrelang süchtig waren, berichteten außerdem über ihre Erfahrungen und ihren Weg aus der Sucht.

Süchtig nach Online-Glücksspielen? Hier und heute 23.01.2020 08:20 Min. Verfügbar bis 23.01.2021 WDR