Raser von Sundern zu Gefängnis verurteilt

Autounfall im Sauerland

Raser von Sundern zu Gefängnis verurteilt

  • Drei Jahre und neun Monate für Unfallverursacher
  • Illegales Autorennen mit tödlichem Ausgang
  • Staatsanwalt und Nebenkläger forderten höhere Strafen

Mit Haftstrafen hat das Landgericht Arnsberg am Montag (20.01.2020) ein illegales Autorennen mit tödlichem Ausgang geahndet. Bei dem Unfall am 01.08.2018 nahe Sundern-Hövel war eine Frau ums Leben gekommen.

Eine Tote, vier Verletzte

Die beiden verurteilten Männer hatten sich in einem Audi SUV und einem Porsche ein Wettrennen geliefert und sich nach Zeugenaussagen mehrfach gegenseitig überholt. Vor einer langgezogenen Rechtskurve versuchte der alkoholisierte Fahrer des Audi erneut, den Porsche zu überholen. Dabei verlor er die Kontrolle über sein Auto und krachte in einen entgegen kommenden VW Golf. In diesem Auto starb eine Frau, ihre vier Mitfahrer wurden schwer verletzt.

Unterschiedliche Zeugenaussagen

Der Unfall-Verursacher ist zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden, der Porsche-Fahrer zu neun Monaten auf Bewährung. Das Landgericht sah es nach 20 Verhandlungstagen als bewiesen an, dass die beiden Autofahrer ein illegales Rennen gefahren sind. Dass Zeugen zum Teil widersprüchliche Angaben machten, ändere daran nichts.

Gericht blieb unter Anträgen

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten jedoch höhere Strafen gefordert. Der Staatsanwalt beantragte vier Jahre und neun Monate für den Audi-Fahrer und neun Monate für den Porsche-Fahrer. Die Anwälte der Unfallopfer, die als Nebenkläger an dem Prozess teilnahmen, hatten sieben Jahre sowie fünf Jahre Haft gefordert.

Kritik übte das Gericht an der Polizei. Bei den Ermittlungen sei es teilweise drunter und drüber gegangen.

Stand: 20.01.2020, 21:43