Stutthof-Prozess: Historiker widerspricht Angeklagtem

Stutthof-Prozess: Historiker widerspricht Angeklagtem

  • Stutthof-Prozess vorm Landgericht fortgesetzt
  • Gutachter sagte in Münster aus
  • Prozess nach einer Stunde unterbrochen

Im Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann aus dem Kreis Borken hat ein Gutachter am Donnerstag (22.11.2018) vor dem Landgericht Münster einer der ersten Aussagen des Angeklagten widersprochen.

Der 95-Jährige hatte beim ersten Prozesstag gesagt, dass er sich nicht freiwillig zur SS gemeldet hätte, sondern eingezogen worden sei. Das sei aber zu der Zeit in der Heimat des Angeklagten ausgeschlossen gewesen, so der Gutachter.

Freiwillig zur SS gemeldet?

Wie der Historiker weiter sagte, hätte Ungarn im Februar 1942 den Deutschen gestattet, dass sich die von den Nazis als Volksdeutsche bezeichneten Ungarn freiwillig zur SS melden konnten. Im Gegenzug dieses Abkommens sicherte Deutschland zu, keine Männer gegen ihren Willen einzuziehen. Das habe auch für den Angeklagten gegolten.

Prozess nach einer Stunde unterbrochen

Die Aufmerksamkeit des 95-Jährigen ließ während des Vortrags deutlich nach. Er schlief mehrfach ein und konnte der Verhandlung nicht mehr folgen. Deshalb hat der Richter die Verhandlung nach einer Stunde unterbrochen. Der Prozess soll am Dienstag (27.11.2018) fortgesetzt werden.

Stand: 22.11.2018, 13:54