Nach Tönnies-Skandal: NRW fördert Corona-Studie im Kreis Gütersloh

Blutabnahmeröhrchen stehen in einem Testzentrum des Helmholtz-Zentrums

Nach Tönnies-Skandal: NRW fördert Corona-Studie im Kreis Gütersloh

Die "Gütersloh-Studie" soll Verlauf und Ursprung der massenhaften Corona-Infektionen im Kreis Gütersloh wissenschaftlich aufarbeiten. Gefördert wird sie vom NRW-Gesundheitsministerium.

Grundlage: 2000 positive Laborproben

Wie der Koordinator der Studie, Prof. Dr. Carsten Tiemann, am Freitagabend bekannt gab, sollen bis zu 2000 vorhandene SARS-CoV-2-positive Proben ausgewertet und Viruspopulationen charakterisiert werden, um Aufschluss über Infektionsketten und Infektionsursprung zu gewinnen. Die Daten kommen unter anderem aus dem Umfeld des Corona-Ausbruchs im Schlachthof Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Ziel: Gesundheitsvorsorge in der Zukunft

Die Ergebnisse der "Gütersloh-Studie" sollen Grundlage dafür sein, den Corona-Ausbruch und seine Verbreitung im Kreis Gütersloh nachträglich zu analysieren und so Erkenntnisse für zukünftigen Infektionsschutz zu gewinnen. Die Gesamtlaufzeit ist zunächst auf sechs Monate ausgerichtet. Erste Resultate werden im September erwartet.

Gemeinschaftsstudie von Wissenschaft und Behörden

Beteiligt sind der Kreis Gütersloh, das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen, das Robert Koch Institut sowie Wissenschaftler und Experten der Universitätskliniken Bonn und Düsseldorf. Finanziell gefördert wird die Studie mit Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW.

Labor in Bad Salzuflen bietet Archiv

Koordinator Tiemann ist Lehrbeauftragter für Molekulare Analytik an der Universität Bielefeld und Leiter für Molekulare Diagnostik bei dem für Corona-Tests bekannt gewordenen Labor Krone in Bad Salzuflen. Hier wurden die Laborproben des Ausbruches bei Tönnies archiviert, um sie für eine folgende Untersuchungen zu nutzen.

Stand: 07.08.2020, 19:29