Fernreisende schleppen multiresistente Keime ein

Resistente Keime

Fernreisende schleppen multiresistente Keime ein

  • Studie zu antibiotika-resistenten Keimen
  • Mehr als die Hälfte der Urlauber betroffen
  • Keime vor allem bei Indienreisenden

Münsteraner Wissenschaftler haben 130 Fernreisende untersucht. Ihr Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Urlauber hatte nach der Rückkehr multiresistente Keime.

Die Mikrobiologen hatten im Jahr 2017 Probanden für die Studie gesucht. Fernreisende sollten auf antibiotika-resistente Keime untersucht werden. Eine der Studienteilnehmer war die 24-jährige Lena Balitzki, Medizinstudentin aus Münster. 2017 hatte sie gerade ein Praktikum in Afrika vor sich.

Vor Reiseantritt musste sie sicherstellen, dass sie frei von multiresistenten Keimen ist. Für fünf Wochen half Lena Balitzki in einem Krankenhaus in Ghana mit. Im Rückblick fällt ihr ein, wie leichtfertig in dem Hospital Antibiotika eingesetzt wurden: "Die Antibiotika wurden wie Smarties verteilt, kann man vielleicht sagen. Auch wenn Antibiotika gar nicht indiziert waren, wurden sie gegeben, etwa bei einem Asthma-Anfall."

Ergebnisse überraschten Probandin

Lena Balitzki

Lena Balitzki hatte einen multiresistenten Keim

Oft kaufte Lena Balitzki ihr Essen auf dem Markt oder bei Straßenhändlern. Eigentlich ging es ihr in Afrika ganz gut. Doch zurück in Münster stellte sich heraus: Sie hatte sich ein multiresistentes Darmbakterium eingefangen. "Als die Ergebnisse dargestellt wurden, war ich nicht die Einzige, da eben ungefähr 60 Prozent mit irgendeinem Keim wieder zurückkamen. Und das hat mich dann überrascht, dass es wirklich so viele sind."

Keime lange im Körper nachweisbar

Im Institut für Mikrobiologie in Münster wurden auch die Proben der anderen Teilnehmer untersucht. Am stärksten betroffen waren Indienreisende. Hier kam nur jeder vierte ohne multiresistente Keime nach Hause. Zum Glück ist niemand der durchweg jungen Probanden erkrankt. Auch Lena Balitzki nicht. Doch was auffiel: Es hat lange gedauert, ein halbes Jahr, bis der multiresistente Keim in ihrem Körper nicht mehr nachweisbar war.

Stand: 03.01.2019, 10:40

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